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Aktualisiert: vor 2 Stunden 15 Minuten

Complex Networks

15 März, 2013 - 23:59
Complex Networks

Vom 13.-15. März 2013 fand in Berlin der vierte Workshop zu komplexen Netzwerken statt. Letztere ist eine Disziplin, die dem Paradigma des Netzwerkes mit mathematischen Methoden nachgeht. Phänomene wie Mobilfunk-Kommunikation, der Ausbreitung von Krankheiten, das Verhalten von Schwärmen, Geldtransaktionen, Fragen von Stabilität und Kontrollierbarkeit werden hier formal verhandelt. Ähnlich wie seinerzeit die Kybernetik nimmt die Netzwerktheorie für sich in Anspruch, auf so ziemlich alles anwendbar zu sein, und ich hatte die Ehre, eine Keynote zu Fragen von Kunst und Komplexität zu halten.

Der Gastgeber der Tagung, Prof. Dr. Robert Tolksdorf von der FU Berlin hat uns mit den Kunstwerken von Mark Lombardi konfrontiert, wunderbar ätherisch anmutenden Zeichnungen zu politischen und ökonomischen Verflechtungen um die Machtzentren der USA, die auch auf der Documenta 13 zu sehen waren. Die Struktur von Lombards Arbeiten ist nun tatsächlich die eines Netzwerks: Knotenpunkte, Protagonisten wie G. W. Bush oder Osama bin Laden, sind über Kanten, Ein- oder Ausstieg bei Firmen, Investments oder Einflussnahmen anderer Art, miteinander verbunden: das ist das Material der Netzwerktheorie.

Tolksdorf hat selbst als Netzwerk-Theoretiker das getan, was in diesem Falle nahe liegt: die Struktur formal erhoben und einer Analyse zugänglich gemacht. Unter  http://www.lombardinetworks.net  hat er diese ersten Analysen und Dienste zur Verfügung gestellt.

Die Zeiten haben sich verändert. Neben Höhe, Breite und Tiefe, dem verwendeten Material, dem Entstehungs- und anderen Metadaten hat es die Kunstgeschichte nun offenbar, seit Künstlerinnen und Künstler entsprechend arbeiten, auch mit informationellen Aspekten zu tun, zu denen im Falle Mark Lombardis eben auch die formale Struktur seiner Netzwerke gehört.

Wir dürfen gespannt sein, ob es an dieser Stelle zu interessanten Kooperationen kommt. 

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Werner Hofmann

14 März, 2013 - 21:21
Der Tod eines der ganz Großen

Gestern ist im Alter von 84 Jahren Werner Hofmann gestorben. Als Direktor der Hamburger Kunsthalle hat er es in den 1970er und 80er Jahren geschafft, anspruchsvolle Ausstellungen für ein großes Publikum zu gestalten, legendär geworden ist die Reihe zur Kunst um 1800. Mit seinem Buch über das irdische Paradies hat er 1960 - im Alter von gerade einmal 30 Jahren - einen Geniestreich hingelegt, mit dem er die Rehabilitation des bis dahin als unoriginell verdammten 19. Jahrhunderts eingeleitet hat. Säkularisierung der Welt und Sakralisierung der Kunst waren darin die Leitbegriffe, die später auf vielfältige Art und Weise weiterentwickelt wurden. Die "Grundlagen der modernen Kunst" sind bis heute die beste systematische Einführung in die Kunst der Moderne geblieben. Für ganze Generationen von Kunsthistorikern und Kunsthistorikerinnen ist er damit zum unerreichten Vorbild und zur Anregung geworden. Geradezu in jährlichem Rhythmus hat Hofmann zuletzt eine Reihe von Büchern zur Kunst des 18. bis 20. Jahrhunderts herausgebracht, in denen er weiterhin einflussreiche Anregungen für die Erforschung einer postklassischen Kunst gegeben hat. Seine große Liebe galt Frankreich, dem Mutterland der Moderne. Künstler gehören normalerweise nicht zu den Freunden von Kunsthistorikern. In Werner Hofmann aber haben auch viele von ihnen jemanden erkannt, der ihre Sache vertrat.

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Kunsterhalt versus kommerzielle Interessen

12 März, 2013 - 11:44

Gastbeitrag von Susanne Easterbrook

Italiens Umgang mit außergewöhnlichen Kunstschätzen: ein Fallbeispiel aus Padua.
Wissenschaftler diskutierten Risiken für kostbare Giotto Fresken aus dem 14. Jh. in der Scrovegni Kapelle durch Bauprojekte der Stadt Padua


Das Kunsthistorische Institut in Florenz (Khi) des Max Planck Instituts war Gastgeber eines ganztägigen wissenschaftlichen Symposiums zum Thema „Probleme und offene Fragen zur Scrovegni Kapelle und Krypta in Padua“ und hatte dazu im Februar sieben Experten, darunter Kunsthistoriker, Archäologen, Architekten, Ingenieure und den Vertreter einer Umweltschutzorganisation, in den ehrwürdigen Palazzo Grifoni Budini Gattai aus dem 16. Jh. nach Florenz eingeladen. Unter der Leitung der Historikerin Chiara Frugoni, des Institutsleiters Alessandro Nova und des Archäologen und Geschichtswissenschaftlers Salvatore Settis ging es um eine Bestandsaufnahme von ungelösten und die Fachwelt beunruhigenden Fragen im Zusammenhang mit ehrgeizigen Plänen der Stadt Padua, in unmittelbarer Nähe zur Scrovegni Kapelle ein modernes Auditorium für 2000 Besucher, sowie zwei Wohn- und Bürotürme zu realisieren. Diese Projekte stießen von Anfang an in der Kulturszene und bei Denkmalschützern in Italien und auch außerhalb des Landes auf erheblichen Widerstand, dokumentiert u.a. durch 5000 Neinstimmen einer Unterschriftenaktion im Internet. Man befürchtet bei ihrer Realisierung Schäden an der fragilen Bausubstanz der Kapelle, vor allem aber an den vom italienischen Maler Giotto di Bondone Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden Wandfresken.


Diese fast 700 Jahre alten Fresken stellen in einem sich über drei Wände erstreckenden Zyklus Episoden aus den Lebensgeschichten des Hl. Joachim, der Hl. Anna, der Muttergottes und dem Leben Jesu dar.Eine vierte Wand ist mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts freskiert. Das Tonnengewölbe ziert ein tiefblauer mit goldenen Sternen bestückter Himmel. Erbaut wurde die Kapelle von Enrico degli Scrovegni, einem reichen Bankier und Geldverleiher in Padua, der sie zwischen 1302-05 an seinen Wohnpalast anbauen ließ und Giotto mit ihrer Ausschmückung beauftragte. Dessen 1317 -1329 entstandene Fresken sind weltweit einmalig und zählen zum Kostbarsten, was die italienische Frührenaissance hervorgebracht hat. Sie ziehen jährlich Tausende Besucher aus aller Welt an, die Einlass in die Kapelle begehren, um Giottos Fresken dort zu bewundern. Ihnen wird der Zutritt zum klimatisierten Innenraum nur nach vorheriger Anmeldung gruppenweise für jeweils zwölf Minuten gestattet. Man will die empfindlichen Werke nicht zu stark in Mitleidenschaft ziehen. Auf Grund ihrer überragenden künstlerischen Bedeutung hat der Stadtrat von Padua 2010 die Aufnahme der Scrovegni Kapelle mit ihren Fresken in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes beantragt. Eine Entscheidung darüber steht allerdings noch aus.

Was könnte die Stadtväter also bewogen haben, in weniger als 200 Meter Entfernung zu diesem Kleinod den Bau eines großen Auditoriums zu erwägen? Bodenspekulation und Profite durch Immobiliengewinne für die leere Stadtkasse? Paduas Bürgermeister Flavio Zanonato sagte seine Teilnahme am Symposium in Florenz wegen wichtiger Dienstgeschäfte ab. Er ließ sich auch nicht durch einen Fachmann seiner Administration vertreten. Den Warnungen der Projektkritiker vor den massiven Tiefbauarbeiten für die Fundamentierung des Auditoriums, hält er entgegen, es seien alle notwenigen Untersuchungen zu Bodenbeschaffenheit, Gesteinsschichten und Wasseradern auf dem Gelände erfolgt, sowie alle Sicherungsmaßnahmen für die Kapelle selbstverständlich getroffen. Das Auditorium könne „vollkommen risikofrei“ erstellt werden. Gleiches gälte für die zwei Türme, je 80 und 100 m hoch, die einen einmaligen Blick auf die nahe Scrovegni Kapelle gestatteten. Kein Wunder, dass die Privatinvestoren dieses „Turmbaus zu Padua“ bereits mit dem famosen „Blick auf Giotto“ aus den dort geplanten Luxusapartments werben. 

Auf dem Symposium in Florenz wollte man die Beruhigungspillen des Bürgermeisters jedoch keineswegs einfach so ‚schlucken‘. Die versammelten Fachleute zählten die Risiken auf, denen die Scrovegni Kapelle bereits in der Vergangenheit immer wieder ausgesetzt war und, denen sie im Fall der Realisierung der Bauvorhaben, künftig ausgesetzt wäre. Dabei kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus: man ist besorgt über das permanente Eindringen von Wasser in die Krypta und fürchtet statische Risiken für das Gebäudes im Erdbebenfall. Unter der Kapelle befindet sich eine etwa gleichgroße Krypta, deren Funktion bis heute nicht ganz geklärt ist. In dieses halbunterirdische ‚Zönobium‘ dringt nach starken Regenfällen, aber nicht nur dann, Wasser ein und sammelt sich auf dem Boden, wo es von zwei ständig laufenden Pumpen abgepumpt wird. Diese Feuchtigkeit greift nicht nur den Boden, sondern mit der Zeit auch die Wände der Krypta an und droht in die aus Tonziegeln gemauerten Seitenwände der Kapelle aufzusteigen. Genau dort, wo sich die Fresken befinden! Welche Gefahr durchfeuchtete Wände für diese darstellen, muss nicht näher erläutert werden. 

Unheil droht der Kapelle auch durch den nur 8o Meter entfernt vorbei fließenden Piovego Fluss, dessen Flussbett ungefähr auf dem Fußbodenniveau der Krypta liegt. Noch oberhalb seines Flusspegels verläuft in der Erde eine Wasser führende Schicht, die die effektive Entwässerung des Terrains um die Kapelle herum erschwert bzw. verhindert. Unterirdische Wasseradern und Flusswasser stehen darüber hinaus miteinander in Verbindung und in einem labilen Gleichgewicht, welches beim Ausheben der Baugrube zerstört werden könnte. Als Folge dessen könnte verstärkt Wasser in die Krypta einsickern. Heute schon führt die Präsenz von Wasser und Schlamm dort zu Verhältnissen, wie sie niemand in seinem Haus tolerieren würde, nicht einmal in der Garage oder im Keller. Eine mehr als bedenkliche Situation für ein 700 Jahre altes Gebäude mit einmaligen Fresken. Einer der Experten bezeichnete es so: Die Giotto Fresken sind gigantisch, stehen aber auf tönernen Füßen – und nassen obendrein, muss man ergänzen!

Ein zweites, nicht geringeres Risiko stellen Erschütterungen durch Erdbeben dar, die schon in der Vergangenheit immer wieder Risse an den freskierten Wänden verursachten. Glücklicherweise verschonte das jüngste Beben im Mai 2012 die Scrovegni Kapelle. Doch darf man sich auf sein Glück verlassen? Schon beim nächsten Erdstoß könnte es ganz anders kommen. Denn die als Erdbebenschutz 1961-62 durchgeführten Sanierungsmaßnahmen könnten sich als fatal erweisen. Damals wurde über die Gesamtlänge der Kapelle unter dem Dach ein Träger aus Stahlbeton eingezogen und die Seitenwände des Kirchenschiffs mit vier Stahlseilen quer verspannt. Maßnahmen, die den Baukörper nun zwar wie in einem Korsett stabilisieren, aber auch ein gewisses Nachgeben der Wände bei seismologischer Belastung verhindern könnten. Stürzten diese unter solchen Spannungskräften ein, wären Giottos Fresken für immer verloren.  Leider wurden alle Hinweise auf die seismologischen Risiken bei den letzten Restaurierungsarbeiten an der Kapelle 2001-2002 in den Wind geschlagen. Zu allem Übel weiß man bis heute nicht einmal genau, wie es mit der Fundamentierung der Kapelle aussieht. Das Kirchenschiff stützt sich auf der Decke der Krypta ab und man vermutet, diese wiederum teilweise auf den Fundamentsteinen des darunterliegenden römischen Amphitheaters. Eine später angebaute Apsis liegt jedoch direkt auf dem Erdboden auf. Was heißt das für die beiden Baukörper Apsis und Schiff bei plötzlichen Erschütterungen der Kapelle? Es wurde kritisiert, dass eine wissenschaftliche Langzeitüberwachung aller Parameter durch entsprechende Messinstrumente fehle, welche gesicherte Daten über den statischen Befund liefern könnte. Wenn sich in der Vergangenheit Risse in den Wänden zeigten, wie nach dem Erdbeben 1976 in der Region Friaul, wurden diese stets repariert. Aber um die Kapelle statisch ganz erdbebensicher zu machen, sind weitere Studien, Untersuchungen, vielleicht auch Sondierungsgrabungen dringend nötig. Und zwar am besten durch internationale Fachleute, nicht nur durch lokale Ingenieure aus Padua und der Region Venezien, wie es die Stadtverwaltung von Padua bevorzugt. Immerhin hat der Stadtrat nun 100 000 Euro dafür bewilligt. Vielleicht aufgeschreckt durch die Bilanz einer dreiköpfigen, von der Stadt selbst beauftragten Expertengruppe, die die sensible Situation bestätigte, zu größter Vorsicht bei Baumaßnahmen in der Nähe der Kapelle riet und in einer Zone von mehreren Hundert Metern Entfernung den gänzlichen Verzicht auf Baumaßnahmen empfahl.

„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, um mit Hölderlin zu sprechen. So haben schwierige Zeiten manchmal auch ihr Gutes und verhindern Schlimmeres, wenn italienische Behörden mit den ihnen anvertrauten Kulturgütern leichtfertig umgehen, obwohl diese oft weit über ihre lokale und nationale Bedeutung hinaus von universellem Wert sind. Wie im Fall der Scrovegni Kapelle. Die anhaltende Wirtschaftskrise Italiens hat die Realisierung des Auditoriums und der Türme vorerst gestoppt, aber die Pläne sind noch nicht vom Tisch. Immerhin gibt es nun eine Pause, vielleicht sogar eine Denkpause. Von den sieben Firmen, die sich beim Bau der kommerziellen Wohn- und Bürotürme engagieren wollten, sind nämlich einige inzwischen insolvent geworden, andere stecken in großen Finanznöten. Paduas Bürgermeister Zanonato hält an seinen Zielen fest, denn er will sich damit ein städtebauliches Denkmal setzen. Auch eine international besetzte Expertenkommission, wie sie die Projektgegner für weitere Studien fordern, lehnt er ab und lässt manchen Brief seiner Kritiker einfach unbeantwortet. „Wir kriegen das alles alleine hin“, lautet seine Aussage. Er musste jedoch inzwischen einsehen, dass das Auditoriums nicht nur hohe Baukosten, sondern auch erhebliche Folgekosten für die Instandhaltung verursacht. Das ist teuer und Kapital äußerst knapp. So haben die Projektgegner vielleicht einen Teilerfolg erzielt, aber den Kampf noch nicht endgültig gewonnen. Denn auch ein ‚abgespeckter‘ Bebauungsplan, der an gleicher Stelle Wohnhäuser mit Tiefgaragen vorsähe, wäre für die Scrovegni Kapelle kein Segen. Die beste Lösung hieße, die vorhandene Grünzone um die Kapelle herum zu erweitern und alle öffentlichen Gelder für einen effektiven Denkmal- und Erdbebenschutz zum dauerhaften Erhalt der Giottos Fresken zu verwenden. Das wäre endlich einmal ein schöner Sieg der Vernunft, Kultur und Denkmalpflege über kommunale Immobilienspekulation und kurzfristiges Profitdenken. Und den Italienern, wie uns allen, zu wünschen. Wie diese Sache ausgeht ist offen; seltsamerweise hat dazu die Behörde für die Erhaltung und Verwaltung von Kulturgütern (im Fall der Kapelle sind das gleich drei Instanzen und zwar für Kunst, Geschichte und Architektur) bisher geschwiegen, obwohl es doch per Gesetz deren vordringlichste Aufgabe ist, Italiens weltweit einzigartigen Kulturbestand vor Verfall und Risiken jeder Art zu schützen.  Professor Settis, der das Schlussresümee sprach, hielt mit seiner Kritik an der Kulturpolitik des Landes denn auch nicht zurück: „Wir haben die großartigsten Kunstschätze auf unserem Boden und lassen es zu den schlimmsten kulturellen Katastrophen kommen.“

E-Mail der Autorin: s.easterbrook (at) gmx.de
Bildmaterial: Giuliano Pisani, Padua

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Facebook für Akademiker

10 März, 2013 - 10:53
Mitmachen ist Pflicht

Heutzutage reicht es nicht mehr aus, kluge Dinge zu schreiben, sondern man/frau muss auch dafür sorgen, dass sie registriert werden. Ist zwar unangenehm, weil es insbesondere Leute, die arbeitsmäßig noch in der Warteschleife drehen, zwingt, sich permanent selber anzupreisen. Aber wie sagt der Kölner: Et iss wie et iss. Ein Medium der Selbstanpreisung, das gleichzeitig auch der sehr punktgenauen fachwissenschaftlichen Information dient, ist academia.edu . Hier kann ich mich mit Gleichgesinnten verbinden, meine online vorliegenden Publikationen hochladen, mails an meine follower schicken, meine eigene Beliebtheit messen [ganz wichtig :)], etc. pp. Besonders interessant ist dabei etwas, das mir die Eigenheiten des Internets geradezu schulmäßig zu demonstrieren scheint: Ich werde auf Dinge verwiesen, nach denen ich nicht gesucht habe, die mich aber trotzdem interessieren. So bin ich gestern auf einen wirklich beeindruckenden Aufsatz von Steffen Siegel über Bilderfabriken um 1800 gestoßen, der mir sonst wohl kaum so leicht untergekommen wäre. Denn ich kannte den Autor gar nicht (Entschuldigung, Herr Siegel, das muss mit der Tatsache zu tun haben, dass ich mich mit der Epoche zuletzt weniger intensiv beschäftigt habe), und in der Kunstgeschichte bleiben persönliche Bekanntschaften auch bei der Literatursuche ein wichtiger Faktor. Also: Für Leute, die facebook als Medium der beruflichen Vernetzung für nicht satisfaktionsfähig halten und denen der Leistungsumfang von xing und linkedin irgendwie unzureichend scheint, ist academia.edu eine bedenkenswerte Alternative.

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Amazon-Bashing

7 März, 2013 - 10:45
Ich bin dabei

Wie darf ich eigentlich die folgende Meldung verstehen, die sich bei einer amazon-Recherche nach "Castells" und "Aufstieg" ergibt? (Ich habe nach Manuel Castells berühmtem Buch über den Aufstieg der Netzwerkgesellschaft gesucht)

Es handelt sich aber hier nicht um Castells Buch - wie man aus der anfänglichen Formulierung "In weniger als einer Minute können Sie mit dem Lesen von Manuel Castells 'Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft' auf Ihrem Kindle beginnen" schließen muss, sondern um eine im Zweifel einigermaßen obskure Seminararbeit, die hier vermarktet werden soll. Bei genauerem Hinsehen ist das natürlich zu erkennen, aber wer schon einmal ein kindle-Buch bestellt hat, weiß, wie wahsinnig bequem und schnell das geht, so dass hier bestimmt einige Interessierte zugegrifffen haben. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Autorin hinreichend dafür gesorgt hat, dass das Missverständnis vermieden wird. Sauerei. Aber wie gesagt , in vielen Fällen sollte man sich sowieso überlegen, ob der Buchkauf beim netten Händler um die Ecke nicht vorzuziehen ist.

 

 

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Heilbrunn Timeline of Art History

6 März, 2013 - 10:29
Ein Angebot des Metropolitan Museums

 

Kennen Sie eigentlich die Heilbrunn Timeline of Art History , die das New Yorker Metropolitan Museum betreibt? Weltkunstgeschichte in Bestform! Hunderte von Essays zu den einzelnen Gebieten, meistens von Fachleuten des Museums geschrieben. Gute Abbildungen. Ausgeklügelte Navigationsmöglichkeiten. Mit dem Ding könnte man ein halbes Bachelor-Studium ersetzen - und wüsste wahrscheinlich mehr als nach einem ganzen :) Rumstöbern ist das reinste Vergnügen!

 

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Tauben als Kunstrichter

4 März, 2013 - 21:37
Wer es nicht glaubt, muss es sich wohl genauer ansehen

Der japanische Psychologe Shoregu Watanabe hat Tauben mit Bildern von van Gogh und Chagall konfrontiert. Erweckungserlebnisse lassen sich nicht nachweisen, aber erstaunliche Erkenntnishöhen: Herr und Frau Taube ist es offenbar gelungen, die Künstler im Angesicht von jeweils wechselnden Werken ziemlich treffsicher zu unterscheiden. Auch nicht schlecht eine andere Leistung: Tauben scheinen nämlich auch fähig, zwischen guten und schlechten künstlerischen Leistungen von Schulkindern zu unterscheiden. Zumindestens können sie die entsprechenden Einschätzungen von Kunstlehrern reproduzieren. Die Frage bleibt, ob das eher für die Tauben oder gegen die Kunstlehrer spricht! Wer mehr dazu erfahren will, kann hier nachlesen oder sich die dort genannten Forschungen zu Gemüte führen!

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Open Access für Vorträge!

25 Februar, 2013 - 17:13

Reichlich Vorträge, Symposien, Künstlergespräche bietet die Kunstgeschichte - und nicht nur die. Bedauerlich ist nur, dass diese Veranstaltungen, zumal wenn sie über mehrere Tage gehen und mitten in der Woche stattfinden, nicht allen Interessenten zugänglich sind. Jene, die Stellen außerhalb der Institute haben oder freiberuflich tätig sind, können oft nur unter Einsatz von Urlaubstagen oder Inkaufnahme finanzieller Einbußen an solchen Veranstaltungen teilnehmen.

Darum großes Lob all den Veranstaltern, die Vorträge filmen und  ins Netz stellen lassen. Soeben habe ich mit großem Gewinn in die Konferenz "Rezensieren - Kommentieren - Bloggen: Wie kommunizieren Geisteswissenschaftler in der digitalen Zukunft?" hineingeschaut .

Es gibt zwar schon zahlreiche Angebote wie das des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt/M. ( Künstler- und Kuratorengespräche ) wie auch das der Kunstmesse Art Basel ( hier die  Miamiausgabe der Messe), um nur zwei Beispiele unter vielen herauszugreifen, aber das ist nicht genug. Meistens beschränken sie sich auf zeitgenössische Kunst oder eben die digitale Kunstgeschichte.

Freilich müssen technische und finanzielle Voraussetzungen gegeben sein, um in dieser Weise dokumentieren und die Videos fürs Netz aufbereiten zu können, aber ich wünsche mir - auch angesichts der Tatsache, dass ich aufgrund der langen Anreise nicht am Kunsthistorikertag in Greifswald teilnehmen werde - mehr von diesen frei zugänglichen Veranstaltungsvideos. Viel mehr!

 

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Digitale Kunstgeschichte auf dem Kunsthistorikertag

25 Februar, 2013 - 10:54
Neues Fachforum

Nachdem sich im letzten Jahre ein Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte gegründet hat, wird in Kürze der nächste Schritt auf dem Weg zu einer sozusagen offiziellen Integration ins herkömmliche wissenschaftliche Programm unternommen: Auf dem kommenden Kunsthistorikertag in Greifswald, der auch ansonsten durch originelle Schwerpunktbildungen glänzt, wird es ein Fachforum zum Thema geben, in dem einige grundsätzliche Impulsvorträge gehalten werden, die sich nicht an die "Gemeinde" richten, sondern auch Außenstehende ansprechen sollen. Mit Katja Kwastek, Stephan Hoppe, Georg Schelbert und Matthias Ratum sprechen Leute, die bisher schon an verschiedenen Stellen in Sachen Digitale Kunstgeschichte von sich haben reden gemacht. Ich kann das nur empfehlen! Ob es allerdings Zufall ist, dass der Verband das Forum nicht auf der Seite der Fachforen eingetragen hat, wage ich zu bezweifeln. So richtig "Fach" ist die Digitale Kunstgeschichte offenbar immer noch nicht!

 

P.S.: Da es mir einfach nicht gelingen will, mit meinem Ipad links in den Text einzubauen, gebe ich hier die angesprochenen Internet-Adressen so an:

www.kunsthistoriker.org/forum-digitale-kunstgeschichte.html

www.digitale-kunstgeschichte.de/wiki/Hauptseite

www.kunsthistoriker.org/fachforen.html

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Kunstwissenschaftliche Texte vom Ghostwriter?

13 Februar, 2013 - 18:59

Spiegel online hat gerade unter der Rubrik Karrierespiegel einen Artikel ins Netz gestellt, der Magengrimmen verursacht. Da will ein promovierter Philosoph  in den Fächern Jura, Politik, BWL und  Soziologie als auch in Kunstgeschichte Dissertationen als Ghostwriter verfasst haben. Ich war ja immer der Ansicht, dass Plagiate in unserem Fach eher unwahrscheinlich sind - gleichwohl mir in kunsthistorischen Arbeiten ein paar Mal aufgefallen ist, dass Zitate oftmals nicht im Original gelesen worden sind, und es neben den sorgfältigen Gutachtern und auch einige bequeme  gibt, die so manches durchgehen lassen.

Ich habe immer gedacht, dass in unserem Fach die soziale Kontrolle größer ist, weil es für jedes Spezialgebiet mindestens zwei Fachleute gibt und daher jede veröffentliche Arbeit auch mindestens einmal gelesen wird. Und da schreibt ein Philosoph einfach mal innerhalb von ein paar Monaten eine Doktorarbeit in Kunstgeschichte? Das mag ich ja kaum glauben!

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Fluxus in Stuttgart – Dokumente vergangener Kunst

13 Februar, 2013 - 10:54

Gastbeitrag von Philipp Müller

Zum 50-jährigen Jubiläum der Fluxusbewegung um George Maciunas und andere namhafte Künstler wie Ben Vautier, Wolf Vostell, Yoko Ono, Dick Higgins oder John Cage, widmet die Stuttgarter Staatsgalerie diesem Kunst- und Künstlerphänomen aus den 60er Jahren seit dem 1.12.12 bis zum 28.4.13 eine Sonderausstellung, die am Ende in Größe und Umfang überschaubar bleibt. Exponiert werden Objekte, Bilder, Videos und Dokumente der realisierten oder in manchen Fällen bloß Idee gebliebenen Ereignisse der Bewegung, teilweise aus der Sammlung von Hanns Sohm, teilweise aus dem Nachlass von George Maciunas. Ohne Zweifel sind es die Werke und Ideologien dieser Zeit wert, besondere Aufmerksamkeit zu erfahren. Zumal die Wichtigkeit der Bewegung beispielsweise für den durch die Moderne veränderten und sich nach wie vor verändernden Werkbegriff vom statischen Abbild, gefangen in einem Rahmen, zum singulären und einzigartigen Moment, das nicht reproduziert werden kann, offensichtlich ist.

Mit der Hinwendung zur Fluxuskunst in den geschlossenen Räumen eines Museums allerdings gehen einige Problemstellungen einher.

Was bleibt übrig von dem, was alleine Ereignis war?

Und: Auf welche Weise kann man das Übriggebliebene zusammenstellen und präsentieren, damit der Besucher entweder bestmöglich über die Verbindung der Objekte und dem Netzwerk der Künstler informiert wird, oder die Wirkung gewesener Kunst vielleicht heute noch spüren kann? Ist es überhaupt möglich, eine „ursprüngliche“ Wirkung durch die Dokumentation bestimmter Ereignisse zu transportieren oder muss man sich kompromissbereit damit zufrieden geben, dass das einzig Mögliche die rein informative Dokumentation dessen ist, was sich damals abspielte, und im besten Fall jetzt selbst irgendeine Wirkung entfaltet?

Es bleibt eine ungleich schwierige Aufgabe, Aktionskunst überhaupt in den musealen Raum einzubinden oder Happenings auszustellen, die nicht selten selbst als eine im Vollzug gegen einen elitären Kunstraum gerichtete Kunst intendiert waren. Form und Inhalt der Fluxuskunst erfordern in jedem Fall ein höheres Maß an Sensibilität und Minutiösität in der Zusammenstellung der Dokumente und Objekte.

Bei einem besonderen Thema, wie es das Gebiet der Fluxuskunst eins ist, erwartet der Besucher eine Ausstellungsform, die der Art der Umsetzung der damaligen Kunst zumindest etwas ähnelt. Übertragen bedeutet das in diesem Fall, dass der Besucher eine etwas weniger sterile und eine eher auf die konventionelle Hängung von Bildern und Objekten verzichtende Präsentation erwartet, die das Skurrile, Bizarre, Rebellisch-Dynamische und Subtil-Humorvolle der Werke der Fluxuskünstler deutlicher hervorhebt.

Kurz gesagt: Der Besucher erwartet etwas mehr Action, Musik, Bewegung und Leben, ganz nach dem Credo „Kunst ist Leben, Leben ist Kunst“.


An dem ausgestellten Künstlerkanon liegt es nicht, dass der Raum mehr still steht als lebendig zu werden scheint. Vertreten sind die bedeutendsten Namen der Bewegung, denen gleichsam genug Platz eingeräumt wird. Der Rundgang beginnt mit Übermalungen von Wolf Vostell, einem nicht in die Tat umgesetzten Plan zu der künstlerischen Stadtrundfahrt „cityrama“ in Köln und einem in Plexiglas eingesetzten herkömmlichen Tortenboden mit der Aufschrift „Notstandsbordstein“. Hierbei zeigt sich ein weiteres sich durch große Teile der Ausstellung ziehendes Problem, dass Hintergründe, der Ort des Geschehens und Zweck des Objekts oft nicht ausreichend beschrieben werden. Schlägt der Besucher im Katalog nach, um über den „Notstandsbordstein“ mehr zu erfahren, begegnet ihm folgendes: Nr. 16.14 Notstands-Bordstein, 1967 Handelsüblicher Tortenboden in Plastikverpackung mit gelbem Aufkleber „Ich bin ein Ordner“.

Über den circa 150 Seiten starken Ausstellungskatalog lässt sich generell sagen, dass den einzelnen Künstlern zwar nach einem ausführlichen Einführungskapitel jeweils ein bis zwei Seiten zukommen, die Ausstellungsobjekte aber weitestgehend unbefriedigend knapp nur Erwähnung finden.


Weiter führt der Gang durch den Museumsraum zu einer einladend großen und breiten Wand mit Plakaten und anderen Arbeiten von Ben Vautier, die das Thema der Totalen Kunst behandeln. Werke, die „no art“ proklamieren, selbst aber im engen Kontext von Kunst stehen, im künstlerischen Rahmen stattfinden, öffnen eine riesige Reflexionsebene für den Betrachter und die Werke selbst. Zwischen art und no art bewegt sich das den Rahmen zu sprengen versuchende Werk unter der Totalen Kunst, in der alles Kunst ist, auch das nichts. Unglücklicherweise wurden recht unpassend manche Plakate, die ursprünglich nicht gerahmt waren, nun für diese Ausstellung tatsächlich gerahmt. Zwar wurde dafür ein sehr unauffälliger, heller Holzrahmen verwandt, der aber in diesem Fall leider doch seine Funktion der Begrenzung eines Objektes erfüllt, wohingegen das Objekt versucht für einen flüchtigen Moment das Grenzenlose der gezeigten Kunst, die eben alles ist, aus sich heraus zu winden.


An diesem Punkt angekommen lässt sich unter anderem der Untertitel der Ausstellung „Antikunst ist auch Kunst“ diskutieren.

Der Begriff „Anti“ ist doch ein recht aggressives Wort, das eher eine exklusive Haltung gegenüber allem, was nicht „Antikunst“ ist, suggeriert, als es beispielsweise der Begriff der „Nicht-Kunst“ macht. In der Fluxusbewegung wird eher eingeschlossen als ausgeschlossen, zumindest in den Botschaften der Künstler und Werken. So sind an manchen Stellen, besonders wenn es dem Künstler explizit um diese kunsttheoretische Fragestellung geht, bei Ben Vautier im Speziellen, Ausstellungstitel, Ausstellungsobjekt und Objektbeschreibung ab und an inkongruent. Bei Vautiers gerahmter Glasplatte „no art“ zum Beispiel wird der Objekttitel in der Objektbeschreibung mit „Nicht-Kunst“ in Verbindung gebracht, nicht mit „Antikunst“. Absolut treffend und sinnvoll ist hingegen Platzierung und Aufmachung von Dick Higgins „symphony no. 462 – this too shall pass“ auf der Rückseite der Wand mit Dokumenten über John Cages Werk „4:33 min“. Hier zeigt sich auch der feine Humor der Fluxuskünstler: Notenblätter, beschossen von einem Polizisten, ergeben eine zufällige musikalische Komposition für verschiedene Instrumente.

Angrenzend dazu kann der Besucher das Werk „Global Groove“ von Nam June Paik, in dem unter anderem auch Charlotte Moorman zu sehen ist wie sie auf Fernsehgeräten und Menschen Cello spielt, mit erleben und sich endlich für eine Aktion frei und zugänglich machen. Die medienkritische und gesellschaftsreflexive Videoinstallation, in der durch das Zappen zwischen verschiedenen Sendern auf der Welt die Unfähigkeit des Menschen, die unendlich vielen Parallelprozesse gleichzeitig auf- und wahrzunehmen, angezeigt wurde, besitzt eine magnetische, beinahe halluzinogene, hypnotische Wirkung und verleiht dem Museumsraum eine lebendige, aufhellende Note.


Für das Zentrum der Räumlichkeit wurde eine Ausstellung in der Ausstellung konzipiert. Eine sehr gute und an den reflexiven Arbeiten der Künstler orientierte Idee und Installation aus von der Decke hängenden Photos, Briefen und Karteikarten mit Informationen zu Aktionen und Werken der Fluxusjahre. Auf einem i-Pad sollte der Besucher in einer Datenbank weitere Informationen abrufen und sich den Dokumenten entsprechende Videoaufzeichnungen ansehen können. Allerdings funktioniert seit Beginn der Ausstellung im Dezember alleine die Datenbank, nicht aber die Videos, was zu bedauern ist.


Sehr interessant ist die gesondert gestellte Abteilung „mail art“. Wie groß, weitreichend und fein gesponnen das Netzwerk der unentwegt in Verbindung stehenden Künstler des Fluxuskollektivs war, wird in ausgewählten Exzerpten anschaulich dargestellt.

Etwas versteckt hängen Schwarzweißphotographien mit Ausschnitten aus Yoko Onos Aktion „cut piece“ von 1965, bei der Besucher die Kleidung Yoko Onos zerschneiden durften bis sie ihre äußerliche Hülle abgelegt hatte und entblößt auf einem Stuhl in der Bühnenmitte saß.

Ähnliche Transparenz hätte man sich an mancher Stelle in Bezug auf die Hintergründe einzelner Ausstellungsstücke gewünscht, alles in allem bleibt die Ausstellung aber einen kurzen Besuch wert. Bedenkt man, dass die Rezeptionsgeschichte der Fluxusbewegung noch relativ jung ist, lässt sich in der Staatsgalerie Stuttgart doch einiges Interessante und Spannende in Erfahrung bringen: sowohl optisch, als auch inhaltlich.

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Nochmal Big Data

5 Februar, 2013 - 18:25
Nach den Suchen suchen

Über den big data-Hype habe ich hier schon einmal kurz berichtet. Um big data handelt es sich auch bei den Nutzungsdaten im Internet. Solchen von Bibliotheken und Bildarchiven z.B. Die Kunstgeschichte besitzt davon ja einige, zum Teil schon seit 30 Jahren. Ich stelle mir eine Netzwerkanalyse von Daten des Bildarchivs Foto Marburg vor. Maximilian Schich . hat vorgemacht, was man damit alles erreichen kann. Oder eine der Buchsuchen im kubikat oder im Katalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Da wird man dann das Auf- und Abebben von wissenschaftlichen Methoden empirisch gesättigt erfragen können. Oder das wechselnde Interesse der Wissenschaft an bestimmten Künstlern oder Epochen. Wissenschaftsgeschichte wird in Zukunft Internet-Geschichte sein. Voraussetzung allerdings: Die Institutionen sammeln ihre logfiles . Bin gespannt, ob das tatsächlich der Fall ist!

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artigo for victory

4 Februar, 2013 - 19:06
Das Kunstgeschichtsspiel beim digital humanities award

Über das Kunstgeschichts-Annotationsspiel artigo ist hier ja schon öfter berichtet worden. Jetzt wurde es für den Digital Humanities Award vorgeschlagen. Das ist rein symbolisch, hätte aber den unschätzbaren Vorteil, Öffentlichkeit zu erzeugen und dem Spiel die Millionen (:)) Nutzer zuzuführen, deren es bedarf. Ganz im Sinne des crowdsourcing soll der Preis als Ergebnis eines demokratischen Prozesses vergeben werden, also als Resultat einer Nutzerbefragung . Aber da man auch in der Demokratie immer ein wenig nachhelfen und wenigstens auf die Existenz einer solchen Befragung aufmerksam machen muss: Hier die Bitte um Beteiligung. Egal wie Sie abstimmen, Hauptsache Sie machen Ihr Kreuzchen bei artigo :)

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Bloggen in der Wissenschaft

31 Januar, 2013 - 14:13
Ein Experiment

Heute Nachmittag findet in der Münchener Siemens-Stiftung die Tagung "Rezensieren - Kommentieren - Bloggen" statt. Zuletzt mussten wg. völliger Ausbuchung reihenweise Teilnahme-Willige abgelehnt werden, weil der Platz nicht ausreicht. Das überwältigende Interesse hat sicherlich eine Menge mit dem angesagten Thema zu tun. Aber bedeutsam dürfte auch die Tatsache sein, dass die Tagung von langer Hand über einen Blog vorbereitet wurde, der dieses Interesse geschürt hat. In diesem Blog lieferten die Redner Statements, es wurden wichtige Referenztexte angelinkt, und der Gegenstand wurde von dem Organisationskommitee auf alle nur denkbaren Weisen eingeführt. Grundsätzlich sollten Tagungsorganisatoren überlegen, ob sie nicht etwas Ähnliches zur Vorbereitung ihrer eigenen Veranstaltung ins Auge fassen.

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