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NEU in der Deutschen Fotothek

14 März, 2017 - 14:52

Folgende Neuzugänge sind ab sofort über die Deutschen Fotothek online zugänglich:

Erweiterung des Bestands Atelier Kersten, Altenburg

Aus dem historisch bedeutenden Nachlass des Fotoateliers "Arno Kersten Sohn Nachfahren", das von 1867-1938 in Altenburg bestand, wurden rund 400 weitere Porträtaufnahmen aus den Jahren 1911-1913 des Sohnes und Nachfolgers des Ateliergründers, Otto Kersten, in Kooperation mit dem Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg erschlossen und online gestellt. Die geschlossene Überlieferung von Negativen und Geschäftsunterlagen ermöglicht die Identifizierung der porträtierten Personen. Es handelt sich um Porträts, die einen Querschnitt der Bevölkerung der Residenzstadt und des Umlandes zeigen. Zurzeit sind damit mehr als 700 Aufnahmen digital verfügbar, weitere folgen in den nächsten Wochen.

Konvolut aus der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern

Das Konvolut  der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker enthält drei thematische Schwerpunkte:

  • Die Porträtsammlung der Landesbibliothek illustriert das Schweriner Theater- und Kulturleben seit ca. 1870. Sie umfasst 3.500 Fotos, Künstlerpostkarten, Zeitschriftenausrisse, Fotocollagen und Stiche, die zumeist Porträts oder Bühnenszenen darstellen.Den Grundstock der Sammlung bilden mehrere Alben mit Visitenkartenporträts aus dem Nachlass des Juristen Eduard Hobein (1817-1882). Hobein war Rechtsberater und Förderer des Mecklenburg-Schweriner Hoftheaters.
  • Altes Stettin - Sammlung historischer Ansichtskarten der alten Hansestadt Stettin aus den Jahren 1890 bis 1945. Auf den 1.335 Karten finden sich Motive aus Handel und Gewerbe, von Sehenswürdigkeiten, der Altstadt und dem Hafen.
  • 220 Ortsansichten
Grafische Arbeiten von Rudolf Sitte (1922-2009)

2016 hat die SLUB eine Schenkung grafischer Blätter des Künstlers Rudolf Sitte (1922-2009) von dessen Witwe erhalten. Es handelt sich um 186 Zeichnungen und Holzschnitte aus dem Spätwerk des Künstlers, der auch als Bildhauer, Maler und Kunstkeramiker arbeitete. Der jüngere Bruder des DDR-Malers und Grafikers Willi Sitte ist vor allem durch seine  abstrahierenden baugebundene Wandarbeiten in Sachsen und in Berlin bekannt (siehe z.B. das Wandbild "Mahnmal für die Opfer des Krieges und der Nazi-Diktatur" am Cottbusser Hochhaus Berliner Platz 1).

R. Sitte versah viele der zwischen 2002 und 2009 entstandenen Blätter mit dem doppeldeutigen (Serien-)Titel "Ein Leben für die Katz" - eine Anspielung auf seine Fürsorge für streunende Katzen und zugleich Buchtitel für seine 2007 im Selbstverlag herausgegebenen Lebenserinnerungen. Dieses Zeichnungskonvolut wurde im Rahmen des Fachinformationsdienstes Kunst Fotografie Design (FID) digitalisiert. 

 

 

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Virtual Reality und Kunstausstellungen

6 März, 2017 - 11:13

Ende letzter Woche war ich auf einer vom Bundesverband der deutschen Galerien organisierten Tagung zum Thema "Galerien und virtual reality". Interessante Perspektiven, und schön zu sehen, dass man sich auch in diesem Bereich Gedanken über die technologischen Entwicklungen macht. Wichtig schien mir vor allem der Beitrag eines Bremer Künstlers (habe leider den Namen nicht mitbekommen), der sich mit der Virtualisierung von Galerieräumen mittels Laserscanning beschäftigt. Dabei wird ein komplettes Abbild des Raumes einschließlich aller seiner Inhalte hergestellt, und hiermit sind natürlich vor allem die Anbringungsorte der Kunstwerke gemeint. Es sieht so aus, als würde es nicht mehr lange dauern, bis diese Verfahrensweise ohne großen Aufwand und zu bescheidenen Kosten realisiert werden kann. Wenn man bedenkt, dass hier auch museale Ausstellungen eingeschlossen sind, wird klar, was für gewaltige Dokumentationsmöglichkeiten bei einer solchen Technologie gegeben sind. Denn für eine Historisierung des Kunstausstellungswesens ist dann nicht mehr nur bekannt, welche Werke ausgestelt wuden, sondern auch, wie man sie präsentiert hat.

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Besuchen Sie arthistoricum.net auf dem Kunsthistorikertag in Dresden

28 Februar, 2017 - 13:52

Unter dem Motto „KUNST LOKAL – KUNST GLOBAL“ findet vom 08. bis 12.3.2017 in Dresden der  34. Deutsche Kunsthistorikertag  statt und arthistoricum.net ist dabei.

Wir laden Sie herzlich ein, an unserem Stand vorbeizuschauen! Dort informieren wir Sie über die aktuellen Angebote von arthistoricum.net, dem Fachinformationsdienst Kunst, Fotografie und Design und freuen uns auf interessante Gespräche in der kommenden Woche. Gerne stehen wir Ihnen für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Gestalten und diskutieren Sie mit uns unter anderem folgende Themen:

Sie finden uns am 08. und 09. März auf den Ausstellungsflächen im Erdgeschoss des Hörsaalzentrums, Bergstr. 64, 01069 Dresden. Wir freuen uns auf Sie.

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March for Science Germany: 22. April 2017

27 Februar, 2017 - 15:16

Weltweit formieren sich zurzeit die Organisatoren eines Science March, der für einen wissenschaftlich fundierten Umgang mit Informationen und Fakten demonstrieren möchte. Auch in deutschen Städten sind Märsche für den 22. April 2017, dem Tag der Erde, geplant.

„Uns geht es um drei wichtige Punkte: Wissenschaft ist ein Lebenselement der modernen Gesellschaft, Wissenschaft ist ein wichtiger Teil des Alltags und Wissenschaft braucht Freiheit und Offenheit – aber keine Ideologie.“, so Franz Ossing, der im Organisationsteam des Berliner Marsches ist (hier ein Interview in der Berliner Zeitung).

Auch wenn es zuvorderst gegen die Faktenverdrehungen der Trump-Regierung und besonders die damit einhergehende Leugnung des Klimawandels geht, d.h. die Initiative von naturwissenschaftlicher Seite ausgeht, so sind doch die Geisteswissenschaften nicht weniger betroffen: von der Verneinung seriös erhobener Statistiken, Angriffen auf die Presse bis hin zum Entzug von Fördermitteln in den Geisteswissenschaften (z.B. Trumps Entschluss die National Endowment for the Humanities – NEH – aufzulösen). Wenn wissenschaftsfeindliche Politiker an die Macht kommen, dann werden es auch Kunsthistoriker/innen zukünftig schwer haben.
Darum sollte auch unser Fach laut werden.
Hier eine Liste der Städte, die bislang mitmachen – und die auch noch Unterstützung benötigen können:
https://sciencemarchger.wordpress.com/auch-in-deiner-stadt/

Was wäre ein guter Slogan für Kunstgeschichte?

 

 

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Neuer Wissenschaftsblog zum Thema "Anstößige Kunst und ihre Zensur"

24 Februar, 2017 - 11:26

Ein Gastbeitrag von Sophia Förtsch und Sarah Wessel

Die Freiheit der Kunst ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland fest verankert und wird verfassungsrechtlich garantiert. Dennoch kommt es immer wieder zu Anlässen - seien diese politischer, sexueller oder religiöser Natur – diese Freiheit einzuschränken und Maßnahmen der Zensur gegenüber einzelnen Kunstwerken oder sogar ganzen Ausstellungen zu erheben.

Der Wissenschaftsblog Kunststreit. Am Rande der Zensur ist ein Projekt von Studierenden des Instituts für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der Technischen Universität Berlin. Der Blog setzt sich anhand ausgewählter Fallbeispiele mit dem Streit um die Gegenwartskunst in der Bundesrepublik Deutschland sowie einzelner Beispiele aus anderen europäischen Ländern auseinander.

Auf Grundlage historischer Quellen und Zeitzeugenaussagen werden die einzelnen Fälle rekonstruiert, analysiert und kommentiert. Neben der Darlegung der Ereignisse werden beteiligte Personen, inhaltliche Konflikte und historische Zusammenhänge vorgestellt. Nicht zuletzt werden die Fälle im Kontext ihres öffentlichen Diskurses betrachtet und Handlungsstrategien und Gestaltungsspielräume im Umgang mit anstößiger Kunst aufgezeigt.

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beyond KUNSTGESCHICHTE. Der Karrieretag für deine Zukunft

14 Februar, 2017 - 14:17

Ein Gastbeitrag von Dr. Dominic E. Delarue und Fabian Mamok M.A. vom Kunsthistorischen Institut der Universität Regensburg.

beyond KUNSTGESCHICHTE
Mittwoch, 26. April 12:30 - 18:00
Universität Regensburg
Universitätsstraße 31, 93053 Regensburg

Das Institut für Kunstgeschichte der Universität Regensburg organisiert in Zusammenarbeit mit dem Alumni-Netzwerk K+ einen Karrieretag für alle Studierenden der Kunstgeschichte.

Kommt vorbei und informiert euch über berufliche Wege und Möglichkeiten während und nach dem Studium. Egal, ob ihr Kunsthistorikerinnen oder Kunsthistoriker in den klassischen Bereichen werden wollt oder es euch kitzelt, eure Fähigkeiten in der freien Wirtschaft unter Beweis zu stellen. Für jeden ist garantiert das Richtige dabei!

Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker haben vielfältige Fähigkeiten im Gepäck. Wir kennen nicht nur die visuelle Kultur der Gegenwart und ihre Prägung durch das historische Bildgedächtnis unserer Gesellschaft wie niemand sonst, sondern beherrschen auch ein breites Set bewährter und innovativer Methoden zum Umgang mit Bildern. Wir vereinen Bildkompetenz, analytisches Denkvermögen und die Fähigkeit, gestalterische Zusammenhänge mit wahrnehmungsästhetischen Dispositionen zu verknüpfen.

Um Euch die Angst vor dem Berufseinstieg zu nehmen, zeigen wir Euch Wege auf, wie es beyond KUNSTGESCHICHTE weitergehen kann und Ihr mit Eurem Wissen und Euren Fähigkeiten Karriere macht.

Alumni des Instituts für Kunstgeschichte Regensburg und andere erfolgreiche Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker skizzieren genuin kunsthistorische Wege in den Arbeitsmarkt und beantworten Eure Fragen. Dazu gibt es zahlreiche Informations- und Gesprächsmöglichkeiten mit Experten aus der Wirtschaft, die
Euch Berufsfelder beyond KUNSTGESCHICHTE vorstellen, für die Ihr und Eure Kompetenzen gesucht seid. Sie erklären, worauf es in den jeweiligen Betrieben ankommt, um als Geisteswissenschaftlerin und Geisteswissenschaftler erfolgreich zu sein. Genauso wird aber auch erläutert, warum die Betriebe genau Euch brauchen. Wechselseitig voneinander zu profitieren, ist das Ziel. Der genaue Timetable des Karrieretags mit allen Sprecherinnen, Sprechern und Firmen wird in Kürze mitgeteilt.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Studierende der Kunstgeschichte. Studierende aus Nachbardisziplinen sind natürlich auch herzlich willkommen.

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arthistoricum.net startet in die zweite Förderphase der DFG als FID

8 Februar, 2017 - 09:33

Am 1. Januar diesen Jahres startete für arthistoricum.net die zweite Förderphase als Fachinformationsdienst. Die DFG unterstützt erneut die beiden Betreiberbibliotheken, die UB Heidelberg und die SLUB Dresden, für drei Jahre mit beträchtlichen Mitteln beim weiteren Ausbau ihres breitgefächerten Angebots.
Die in der ersten Projektphase ausgebildeten Kompetenzfelder Suchtechnologie, Informationsinfrastruktur, Elektronisches Publizieren, Retrodigitalisierung und Onlinepräsentation forschungsrelevanter Medienbestände sowie Wissenschaftskommunikation werden in sechs Aktionsfeldern in enger Abstimmung mit der Fachwissenschaft konsequent ausgebaut.

  • Bedarfsgerechte Erwerbung / Ausbau und Etablierung von FID-Lizenzen
  • Ausbau der fachspezifischen Informationsstruktur von arthistoricum.net
  • Elektronisches Publizieren im Open Access
  • Digitalisierung kunstwissenschaftlich relevanter Medien inklusive Tiefenerschließung
  • Bibliografische Dienste und Bereitstellung von Normdaten für die Wissenschaft
  • Öffentlichkeitsarbeit / Marketing / Austausch mit der Wissenschaft


Die Entwicklungsschwerpunkte der kommenden Projektphase liegen zum einen im Ausbau des Angebots kollaborativer, mit Linked-Data-Technologien realisierter Publikationsmöglichkeiten wie zum Beispiel digitale Werkverzeichnisse oder Online-Editionen. Zum anderen wird sowohl der Bereich der Recherche- als auch  digitaler Arbeitswerkzeuge ausgeweitet; neben dem konsequenten Ausbau der Literatur- und Medienrecherche u.a. durch Normdatenverknüpfungen und Linked-Data wird ein qualifizierter Bildsuchraum entwickelt.
Wir freuen uns, darauf, gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern, weiter an unserem Ziel arbeiten zu können, arthistoricum.net als integriertes Informationsserviceangebot zur europäischen Kunst und Kunstgeschichte inklusive Fotografie und Design zu etablieren.
In den kommenden Monaten werden wir an dieser Stelle über unsere neuen Services und Angebote berichten. Wir hoffen auf Ihr Feedback!

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Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück

30 Januar, 2017 - 14:00

Der Erste Vorsitzende und die Repräsentantin der Berufsgruppe Hochschulen und For­schungsinstitute im Vorstand des Verbandes Deutscher Kunst­historiker e.V. haben am 16.01.2017 einen Brief an den Prä­si­denten der Universität Osnabrück zur Kunst­ge­schich­te an der dortigen Universität ge­schickt. Wir hoffen, damit zu einer sachlichen und konstruktiven Lösung beitragen zu können.

 

An den 
Präsidenten der Universität Osnabrück 
Herrn Prof. Dr. Wolfgang Lücke 
Neuer Graben / Schloss 
49074 Osnabrück 


Datum: 16.01.2017

 

Magnifizenz, sehr geehrter Herr Kollege Lücke,

mit Sorge beobachten wir die Debatte um die Schließung des Kunsthistorischen In­sti­tuts an der Universität Osnabrück.

Wir sind uns bewusst, dass jede verantwortungsvolle Hochschulleitung gegen­wär­tig die mit­tel­fristigen Perspektiven und Herausforderungen nicht nur der eigenen Hoch­­schu­le, sondern des gesamten Hochschulsystems in den Blick nehmen muss. Da­zu zählen strategische Pla­nungen, die Ressourcen und Profilbildung weit über das Ta­ges­geschäft hinaus bedenken und gestalten. Ge­rade vor dieser Folie aller­dings ist – und deshalb erlauben wir uns einen nach­drücklichen Appell – kunst­historische Exper­ti­se an der Universität Osnabrück unverzichtbar. So zählt die Hoch­schule zu den nie­der­sächsischen Standorten für Lehrerbildung im Fach Kunst. Hier gehört das fachwis­sen­schaftliche Studium der Kunstgeschichte gleichermaßen zum Stan­dard einer seriösen Ausbil­dung wie zu den Voraussetzungen, um die cur­ri­cu­la­ren Anforderungen im schuli­schen Unterricht erfüllen zu können. Diese Lehr­ver­an­stal­tungen und Prüfungsver­pflich­tungen können aber nur von Kolleginnen und Kol­­legen ver­antwortet wer­den, die eine Ve­nia Legendi für Kunstgeschichte besitzen oder anders formuliert: selbst in der Kunst­geschichte forschend tätig sind.

Auch andere Studiengänge des Fachbereichs Kul­tur- und Sozialwissenschaften an Ihrer Universität sollten nicht ohne kunsthistorische An­teile auskommen; im Falle des Master-Studienganges „Kunst und Kommunikation“ wäre ein Schwerpunkt Kul­turelles Erbe/Heritage Education in hohem Maße zeitgemäß. Eine hier ein­gebun­de­ne Profes­sur würde es auch er­lauben, die wichtigen Forschun­gen zur Kunstge­schich­te Nie­der­sachsens fortzuschreiben – und hier sind insbesondere auch For­schungen zu den Bild­künsten des Mittelalters zu nennen, für die Osnabrück ein re­nom­­mierter Standort ist.

Kaum vorstellen kann man sich weiterhin eine zeitgemäße Frühneuzeitforschung (Stich­wort: „Materielle Kultur“), die die Denkmalüberlieferung nicht forschend ein­be­zieht. Zukunftswei­send wäre es schließlich, die Fragen des Kulturellen Erbes (Stich­wor­te: Überlieferung und Zerstörung; Welterbe vs. Bilderstürme; Kulturelle Iden­tität und Zu­gehörigkeit) in die Fragen „Demokratie und Friedensforschung“ so­wie „Migration“ pro­filiert einzubeziehen.

Wir appellieren daher an Sie, mit der Zukunft der kunsthistorischen Professuren an Ihrer Univer­sität verantwortungsvoll umzugehen und empfehlen nachdrücklich, die­se Si­tuation – gerade auch vor den genannten Zukunftsaufgaben in Forschung und Leh­re – in einer hierfür zu berufenen Kommission mit externen Experten zu beraten.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Prof. Dr. Kilian Heck
(Erster Vorsitzender)

Prof. Dr. Barbara Welzel
(Repräsentantin der Berufsgruppe Hochschulen und Forschungsinstitute)

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20 Jahre Journal für Kunstgeschichte - jetzt auch digital

19 Januar, 2017 - 14:16

Ein Gastbeitrag von Anne Wiegand  von der Universität Regensburg.

Titelseite, Journal für Kunstgeschichte, Heft 1, 1(1997)

Im eben erst angebrochenen, noch so jungen Jahr 2017 gibt es für das Journal für Kunstgeschichte gleich doppelten Grund zu feiern: Die 1997 ins Leben gerufene internationale Rezensionszeitschrift begeht mit dem Erscheinen des 21. Jahrgangs nicht nur ein großes Jubiläum; die seit nunmehr 20 Jahren in vier Ausgaben per annum publizierten Besprechungen ausgewählter, einschlägiger Neuerscheinungen aus allen Bereichen der Kunstgeschichte sind nun auch – bis auf die jeweils letzten drei Jahrgänge – weltweit und kostenfrei im Open Access für jedermann zugänglich.
Ohne spezielle Methoden oder Forschungsansätze mit einem Privileg auszustatten, verschaffen zahlreiche wissenschaftlich fundierte und erstmals veröffentlichte Rezensionen ausgewiesener Experten einen konzentrierten, aber stets unabhängigen Überblick über die aktuelle kunsthistorische Forschungsliteratur: Neben Buchbesprechungen zu allgemeinen kunst- und bildwissenschaftlichen Aspekten wie Ikonografie, Kunsttheorie und Methodologie werden im Journal für Kunstgeschichte selbstverständlich alle Epochen – von der Antike über das Mittelalter bis hin zur zeitgenössischen Kunst – paritätisch beleuchtet, wobei natürlich auch die Bereiche Denkmalpflege, Museologie und Kunstvermittlung nicht ausgespart bleiben. Von den Herausgebern, Prof. Dr. Nils Büttner von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und Prof. Dr. Christoph Wagner vom Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg, wird dabei stets auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Themengebieten Bildkünste, Architektur und Kunsthandwerk geachtet, wobei auch immer regionale Bezüge, zum Beispiel in Beiträgen zur Welt- oder außereuropäischen Kunst, hergestellt werden. Neben Kurzbesprechungen zu Design, Fotografie und Film, also jenen Disziplinen, die insbesondere das 20. Jahrhundert prägten, wird auch den sogenannten Neuen Medien gebührend Platz eingeräumt. Seinem Ruf als internationale Rezensionszeitschrift wird das Journal für Kunstgeschichte absolut gerecht und druckt – obgleich die Besprechung deutschsprachiger Fachliteratur im Fokus steht – auch regelmäßig Rezensionen in Englisch, Französisch oder Italienisch ab.

Das digitale Archiv des Journals für Kunstgeschichte.

Dass alle zwischen 1997 und 2012 publizierten Besprechungen nun für jedermann, jederzeit und von beinahe jedem Ort dieser Welt online abrufbar sind, hat eine in enger Abstimmung mit dem Regensburger Verlag Schnell und Steiner stattfindende Kooperation der Herausgeber des Journals für Kunstgeschichte mit der Universitätsbibliothek Heidelberg möglich gemacht. In nur wenigen Monaten stellten die Mitarbeiter der Bibliothek die Retro-Digitalisierung der Beiträge fertig, sodass man dank einer direkten Verlinkung nun mühelos zu den Volltexten gelangt, diese als PDF herunterladen und dauerhaft abspeichern kann. Den Interessierten stehen die einzelnen Beiträge nicht nur im Heidelberger Open Journal System heiJOURNALS zur Verfügung, welches die Permanenz der veröffentlichten Inhalte garantiert und für maximale Präsenz sorgt. Die Rezensionen sind darüber hinaus auch im SWB Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbunds erfasst worden, sodass sich die digitalisierten Inhalte auf beiden Plattformen problemlos finden lassen:

Die Herausgeber des Journals für Kunstgeschichte, Nils Büttner und Christoph Wagner, freuen sich über diese zukunftsweisende Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg und danken insbesondere Frau Dr. Maria Effinger, Leiterin der Abteilung Publikationsdienste, für die so reibungslose wie fruchtbare Zusammenarbeit.

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Der Schriftsteller und Redakteur Josef Wiener-Braunsberg

1 Januar, 2017 - 22:21

Ein Gastbeitrag von Bettina Müller (Köln) für das Themenportal Caricature & Comic.

Kenner der Satiren, des leichtbeschwingten Reimes, des Humors

Abb. 1: Josef Wiener als junger Mann in Braunsberg, ca. um 1885 (Bildquelle: Roberto Wiener, Chile, mit freundlicher Genehmigung)

Am 12.10.1866 wurde Josef Wiener im ostpreußischen Braunsberg als Sohn des jüdischen Kinderarztes Dr. Wilhelm Wiener und seiner Ehefrau Doris geb. Müller geboren. Er verließ aus gesundheitlichen Gründen das Braunsberger Gymnasium vorzeitig, machte in Königsberg eine Lehre zum Buchhändler und arbeitete anschließend aber nur kurze Zeit in Königsberg und Berlin in seinem Beruf. Schon früh hatte er begonnen, für humoristische Zeitschriften wie die „Lustigen Blätter“ zu schreiben, 1891 schließlich veröffentlichte er seinen ersten Berlin-Roman „Trude Schneider“, dem noch weitere folgen sollten. Nach mehreren Ortswechseln – in Bochum und Halle war er Redakteur bei zwei Tageszeitungen, ab 1895 dann freier Schriftsteller in Dresden – ließ er sich nach dem Tod seiner Mutter (1899) und seiner Schwester Selma verh. Adolph (1900) in Berlin nieder, wo sein Vater in der Zwischenzeit eine eigene Arztpraxis in Schöneberg eröffnet hatte und als Krönung seiner medizinischen Laufbahn 1893 zum Sanitätsrat ernannt worden war. Ab 1910 bis 1916 arbeitete Wiener-Braunsberg in unregelmäßigen Abständen für die konservative Zeitschrift „Beim Lampenschimmer“, einer Zeitschrift „Für die ganze Familie“, u.a. mit einer Rubrik „Der Weg zum eigenen Herd“, die nichts anderes als Kontaktanzeigen waren. Im „Lampenschimmer“, deren Herausgeber er in den ersten beiden Jahren ihres Erscheinens war, veröffentlichte er mehrere Fortsetzungsromane (u.a. 1910 „Im Forsthause zu Lindenhofen“ und 1915 „Das Geheimnis des Amerikaners“).

Abb. 2: Eintrag aus dem Berliner Adressbuch 1919

1917 wurde Josef Wiener-Braunsberg Redaktionsmitglied der satirischen Zeitschrift „Ulk“ (= Unsinn, Leichtsinn, Kneipsinn), einer Beilage des Berliner Tageblatts im Verlag von Rudolf Mosse, die bis 1933 existieren sollte. Die Beilage erschien ab dem 18.3.1927 zusätzlich auch als Beilage der Berliner Volkszeitung (vorher hatte es darin lediglich ein einseitiges "Witzblatt" namens „B.V.B.-ULK“ gegeben). 1920 übernahm er von Kurt Tucholsky den Posten des Chefredakteurs, den er bis 1925 innehatte, dem Ulk als Mitarbeiter treu blieb er bis zu seinem Lebensende. Das ganze Jahr 1919 hindurch arbeiteten Wiener-Braunsberg und Tucholsky für den ULK wohl harmonisch zusammen, wobei sich die beiden in ihrer Herangehensweise an Satire und Humor sicherlich unterschieden. Für Tucholsky war Satire „blutreinigend“, Wiener-Braunsbergs Ansatz war in vielen Fällen humoristischer, manchmal sicherlich weniger bissig als Tucholsky, dafür aber auch weniger „verbissen“.

Abb. 3: Titelseite d. ULK vom 4.5.1923 mit Zeichnung von Oskar Theuer

Die Jahre 1920 bis 1925 waren die produktivsten und erfolgreichsten seiner schriftstellerischen Laufbahn, es entstanden drei Romane und drei Verssammlungen. Für den ULK hatte er außerdem insgesamt rund 670 Verse und humoristische Prosatexte (wobei dies allein die eindeutig Signierten waren, viele Beiträge im ULK waren unsigniert ) verfasst, viele unter dem trügerischen Pseudonym „Der sanfte Heinrich“ (laut „Glossar Berlinische Wörter“ von 1873 „eine Art Branntwein oder Schnaps“) in den so genannten „Leitgedichten“. Mit ihnen kommentierte Wiener-Braunsberg die innen- und außenpolitischen schwersten Krisen der noch instabilen Republik zumeist mit spitzer Feder. Zur Seite stand ihm in der Redaktion nach Tucholskys Weggang u.a. Hugo Frenz, ein humoristischer Schriftsteller, der eigentlich als Parlamentsstenograf begonnen hatte und dessen Humor Wiener-Braunsbergs sehr ähnlich war.
Die Nachwirkungen des 1. Weltkriegs mit den daraus resultierenden prekären Lebens-bedingungen für die Bevölkerung, Aufstände, Putschversuche, politische Morde (z.B. 1922 an Walther Rathenau, was Wiener-Braunsberg in dem Leitgedicht „Sein Grab“ in der Ausgabe Nr. 25, S. 98, sichtlich nahe ging) etc., prägten die ungemein schwere Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Der Posten des Chefredakteurs einer Zeitschrift mit ganz bestimmter und bekannter politischen Ausrichtung, aus der Wiener-Braunsberg keinen Hehl machte und teilweise sogar für die entsprechende (Deutsch-Demokratische) Partei warb, war dabei kein ungefährlicher. Leser fühlten sich regelmäßig „angeekelt“ und „in den guten Sitten verletzt“, wie schon Tucholsky schrieb. Theodor Wolff, der Chefredakteur des Berliner Tageblatts, erhielt regelmäßig Morddrohungen, Wiener-Braunsberg wurde 1925 von dem antisemitischen Zoologen Ludwig Plate aufgrund des Gedichts „Zoologisches aus Jena“ verklagt, in dem Wiener-Braunsberg ihn mit einem Esel verglichen hatte. Relativ spät, 1927, geriet Wiener-Braunsberg aufgrund seines Gedichtes „Fasching“, eigentlich eine Satire auf die Künstlerszene der damaligen Zeit mit all ihren Eitelkeiten und „sittlichen Auswüchsen“, ins Visier des fanatischen Antisemiten Alfred Rosenberg.
1923 war das Jahr, in dem ganz besonders die Ruhrkrise den ULK prägte, nachdem Deutschland nicht mehr in der Lage war, die geforderten Reparationsleistungen zu erbringen. Es kam in diesem Jahr im Ruhrgebiet erneut zu einem Verbot des ULK durch die Interalliierte Rheinland-Kommission, da das Blatt „die Würde der Besatzung“ verletzen würde. Die Reaktion kam prompt im Vers „Den Pariser Helden (Nach dem abermaligen ULK-Verbot) in der Ausgabe 10/1923: Und wenn ihr zehnmal mir den Mund verbietet/ihr tapfern Helden von der Ruhraktion/und gegen mich und meinesgleichen wütet/ich ändre darum doch nicht Wort und Ton/Ich werde trotzdem Schurken Schurken nennen/seid ihr darüber noch so missvergnügt/der Lüge Schandmaul auf die Stirn euch brennen/die ihr sogar das eigne Volk belügt! (vgl. auch „Der verbotene ULK“ Nr. 8/1922/S. 30).
Gepaart mit den zu dieser Zeit oftmals sehr düsteren expressionistischen Zeichnungen des aus Schlesien stammenden Illustrators Oskar Theuer, der die Krisen kongenial zeichnerisch umsetzte, ergab dies eine äußerst effektive Mischung, bei denen der Vorwurf der „Unbissigkeit“ haltlos war. Immer häufiger gab es ab dieser Zeit Anspielungen auf den zunehmenden Antisemitismus im Land: Man zieht – natürlich nur in Scharen!/nachts durch die Straßen von Berlin/und trifft man wen mit schwarzen Haaren/dann prügelt man ihn blau und grün“ - Man wütet wie die Botokuden [brasilianische Indianer]/mit Stock und Gummiknüppel blind/man ruft begeistert: „Haut die Juden!“/auch wenn es keine Juden sind. (ULK 21/1923/74: „Die Wilmersdorfer Helden“). Adolf Hitler fand am 9.2.1923 zum ersten Mal Eingang in das Leitgedicht des „sanften Heinrich“: Im Kriegstanz, mit gewalt’gem Geheule/schwingt Adolf seine Indianerkeule/und fordert die Skalpe, Germanias „Rächer“/der Juden und der „November-Verbrecher (Auszug aus: Sie tanzen… ULK 6/1923/22).

Abb. 4: Titelseite d. ULK vom 16.10.1925 mit Zeichnung von Josef Fennecker

Visuell war in der Zeitschrift bereits im Vorjahr 1922 eine Veränderung zu beobachten. Wohl ein Leser der Zeitschrift „Berliner Leben“ (für die er das Gedicht „Komtesschens Brautnacht“ verfasst hatte, im Gegenzug veröffentlichte der damalige Chefredakteur der Ber-liner Leben, Eugen H. Strassburger, später auch einige Verse in der ULK), einer Zeitschrift „für Schönheit und Kunst“, in der in den 1920er Jahren regelmäßig sehr hochwertige Zeichnungen verschiedener Künstler veröffentlicht wurden (z.B. Theodora Bücking, Lisbeth Juel, Kurt Walter Kabisch, Fred Knab, Rolf Niczky), mit denen man den Platz zwischen den verschiedenen Novellen kurzweilig garnierte, nahmen auch in der Ulk im Verlauf der nächsten Jahre Zeichnungen dieser Art zu bis hin zu dem Zeitpunkt, wo sie beinahe den Schwerpunkt bildeten und sogar die politischen Themen auf der Titelseite verdrängten. Ebenso hatte sich die Farbgebung verändert, es dominierten helle und leuchtende, teils sogar grelle Farben. Am 16. Oktober 1925 z.B. sah man auf dem Titelbild der ULK keine politische Satire-Zeichnung, sondern drei eher leicht bekleidete Frauen an einem Tisch mit einem ausgebreiteten Kreuzworträtsel mit der Überschrift „Um Mitternacht“, von denen eine sagt: „Eher löse ich mein Verhältnis mit Bill als dieses Kreuzworträtsel!“ Der Zeichner war der bereits schon länger aus der „Berliner Leben“ bekannte Zeichner Josef Fenneker. Der ULK wurde ab diesem Zeitpunkt eine Art Zwitter aus Witzen, wenigen Satiren und eindeutigen Frivolitäten, ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Wandels mit einem Publikum, das die Nachwirkungen des 1. Weltkriegs überwunden zu haben schien und dass sich – wenn es zu den zahlungskräftigen gehörte – angemessen vergnügen konnte.

Abb. 5: Ausschnitt der Titelseite der Berliner Volkszeitung vom 9.6.1928 (Quelle: lizenzfreies Digitalisat auf der Seite der Berliner Staatsbibliothek)

Der weite Verbreitungskreis des ULK ließ auch seinen Chefredakteur mit den Jahren zunehmend populärer werden, er trat er im Rundfunk mit „humoristischen Plaudereien“ auf, sein Roman „Warenhausmädchen“ wurde 1925 unter dem Titel „Die Kleine aus der Konfektion (Großstadtkavaliere)“ mit den damaligen Stummfilmstars Evi Eva und Reinhold Schünzel verfilmt, seine Verse wurden als Kunstpostkarten als Sets von zehn oder 20 Stück kommerziell vermarktet. Doch lange konnte Josef Wiener-Braunsberg seinen späten Ruhm nicht mehr genießen, am 8.6.1928 verstarb er im 62. Lebensjahr im Schöneberger Auguste-Viktoria-Krankenhaus an den Folgen eines Hirnschlags, den er vier Tage zuvor erlitten hatte. Er hinterließ seine zweite Ehefrau (mit einer ersten Ehefrau Anna Pauline Alder war er von 1895 bis 1913 verheiratet) Wanda geb. Hildebrandt (verwitwete Küch, Tochter des Schriftstellers und Redakteurs Martin Hildebrand, der u.a. die Zeitschrift „Recht der Feder“ herausgab) und zwei Stiefkinder, die sie aus ihrer ersten Ehe mitgebracht hatte. Kontrastierend zu seiner jüdischen Herkunft, ließ er sich im Krematorium Wilmersdorf einäschern und wurde auf dem Wilmersdorfer Friedhof in einem Urnengrab bestattet, das heute nicht mehr existiert. Seine Eltern und seine Schwester liegen auf dem jüdischen Friedhof Weißensee begraben. Die Leser des ULKs erfuhren, so es sich noch nicht bis zu ihnen herumgesprochen hatte, von seinem Tod in der Ausgabe Nr. 24 – als Reminiszenz an den Meister der humoristischen Verse – ebenfalls in Reimform durch den verantwortlichen Redakteur des Textteils Hans Flemming (Pseudonym: Fl.). Etliche Zeitungen im In- und Ausland meldeten den Tod des damals offensichtlich sehr beliebten Humoristen, Schriftstellers und Redakteurs. Doch schon bald geriet er in Vergessenheit, zumal 1935 seine beiden Romane „Warenhausmädchen“ und „Die Venus von der Tauentzien“ von den Nationalsozialisten als „verbotene Literatur“ eingestuft worden waren, die „das nationalsozialistische Kulturwollen gefährden“. Somit durften sie weder durch öffentlich zugängliche Büchereien oder durch den Buchhandel verbreitet werden. Diese und andere seiner Werke harren bis heute einer Neuauflage. Allenfalls Menschen ostpreußischer Herkunft kennen heute noch seine Verssammlung „Mein Vater ist ein kleines Mannchen“.

Abb. 6: Titel bzw. Schutzumschläge zweier Romane Wiener-Braunsbergs (Quelle: Sammlung der Autorin)

Ein längerer Bericht über Josef Wiener-Braunsberg wird zu einem noch unbekannten Zeitpunkt in einer der Reihen des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen erscheinen (Arbeitstitel: Der Schriftsteller und Redakteur Josef Wiener-Braunsberg –  Biographische Fragmente, Familie und Werke –)  

Zeitschrift ULK – Seite der Universität zu Heidelberg, mit Digitalisaten:
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/digi/ulkhd.html

Textauszüge von Josef Wiener-Braunsberg:
www.portal-ostpreussen.de/Members/Bettina/josef-wiener-braunsberg-1866-1928-schriftsteller-redakteur-und-kritiker/

  Bibliographie (Auswahl)

• Trude Schneider. Roman aus dem Berliner Leben, Leipzig 1891, 3. veränderte Auflage, 1894
• Alma’s Ende (Fortsetzung von Hermann Sudermanns Schauspiel „Die Ehre“), Berlin 1892, 4. Aufl. 1902, 12. Auflage 1911
• Aber - - Herr Sudermann! Offener Brief an den Verfasser der „Verrohung in der Theaterkritik“ von einem Theaterbesucher. Broschüre, Berlin 1903
• Die wandernde Hand: ein Nachtstück. Nach den hinterlassenen Tagebuchblättern Iwan Petrowskis (Collection Geister- und Gespenster-Romane, Bd. 4), Berlin 1904
• Mein Vater ist ein kleines Mannchen. Ostpreußische und andere Vortragsgedichte (Eduard Blochs Original-Deklamatorium Nr. 51), Berlin 1904, 2. Aufl. 1909, 3. Aufl. 1919
• Nach den Gewittern. Ein Eheroman (Bibliothek zeitgenössischer Erzähler, Weichert-Verlag, 31), Berlin 1905
• Die letzte Instanz. Eine Kriminal- und Liebesgeschichte aus den Tiroler Bergen (Kürschners Bücherschatz, eine Sammlung illustrierter Romane und Novellen, 587), Berlin 1907
• Die Erziehung zur Bestie. Die Geschichte eines zerstörten Lebens, Berlin 1909
• Schnurriges und Knurriges. Lustige Vortragsstücke in Vers und Prosa (Amboß-Vortragsbücher Nr. 2), Stendal 1922, 2. Aufl. 1924
• Warenhausmädchen: Roman aus d. Berlin d. Gegenwart, Berlin 1922
• Die Venus von der Tauentzien: Sittenbild aus dem Berlin von heute, Berlin 1923
• Die Brett’lgräfin, Berlin 1924
• Mensch, det jiebt et doch bloß in Berlin und andere Vortragsstücke in Vers und Prosa (Amboß-Vortragsbücher Nr. 3), Leipzig 1924
• Mensch, ärgere Dich nicht! Und andere Vortragsstücke in Vers und Prosa (Amboß-Vortragsbücher Nr. 4), Leipzig 1924

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Das Gebetbuch Kaiser Maximilians I. - Beide Teile in der Bayerischen Staatsbibliothek temporär wieder vereint

8 Dezember, 2016 - 17:05

In der Ausstellung "Bilderwelten. Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit" zeigt die Bayerische Staatsbibliothek in München als Höhepunkt der Ausstellung das von Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair, Hans Baldung und Jörg Breu mit Zeichnungen ausgestattete weltberühmte Gebetbuch Kaiser Maximilians I.; der im 16. Jahrhundert in zwei Teile getrennte Druck  (der erste Teil in München, BSB, der zweite in Besançon, BM) mit seinen zarten Federzeichnungen der berühmtesten altdeutschen Künstler wird hier in der Ausstellung erstmals nach 60 Jahren wieder gemeinsam präsentiert. Für die Ausstellung wurde das Gebetbuch Maximilians digitalisiert und digital rekonstruiert: http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0010/bsb00107790/images/

 Doch wartet die Ausstellung der BSB auch mit anderen hervorragenden Stücken auf. Direkt neben dem Gebetbuch Maximilians wird  Albrecht Dürers "Underweysung der Messung mit dem zirckel und richtscheyt" gezeigt, das Handexemplar Dürers, mit eigenhändigen Textergänzungen und Zeichnungen für die von ihm geplante, aber erst postum erschienene zweite Auflage. Ferner ist der 1507 gedruckte seltene Globus Martin Waldseemüllers zu sehen, auf dem das erste Mal der durch Kolumbus neu entdeckte Kontinent als „America“ bezeichnet wird. Andere Handschriften und Drucke erläutern den Aufbruch in die neue Zeit der Renaissance. Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich der Bibel und der Bibelrevision von Karl dem Großen bis zu Martin Luther mit einem Schwerpunkt der Bibelübersetzung ins Deutsche seit dem 15. Jahrhundert. Gezeigt wird hier u.a. die Gutenbergbibel sowie die für den Erzbischof Sigismund von Brandenburg (1538-1566) überreich ausgestattete Lutherbibel. Die Präsentation wird durch eine virtuelle Ausstellung ergänzt, in der auch auf die Volldigitalisate verlinkt wird: https://www.bilderwelten2016.de/index.php?id=818

Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Februar. Geöffnet, Montag-Freitag 10-17 Uhr. Donnerstag 10-20 Uhr sowie am Sonntag, den 5. Februar von 13-17 Uhr. An Feiertagen ist die Ausstellung geschlossen. Eintritt frei. Kostenlose öffentliche Führungen jeden Donnerstag um 16.30 Uhr

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