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KaufWunsch! Ein neuer Service von arthistoricum.net

27 Juli, 2014 - 23:42

Seit kurzem bietet Ihnen arthistoricum.net mit dem KaufWunsch eine neue und komfortable Möglichkeit, benötigte Fachliteratur, die (noch) nicht im Fachinformationsdienst Kunst nachgewiesen ist, schnell und direkt aus der Recherche heraus zu bestellen. Zwei Bestellwege sind dabei möglich:

 

  1. Sie können Ihre Suche direkt in den Daten lieferbarer Bücher fortsetzen, indem Sie unterhalb der Trefferliste den Link „oder suchen Sie bei unseren Buchhändlern“ nutzen. Die hierbei zu Ihrer Anfrage erstellte Trefferliste wird individuell erzeugt und nicht nach Relevanz gewichtet. Findet sich Ihr
    Wunschtitel darunter, wählen Sie ihn per Klick auf das Warenkorbsymbol aus.

  2. Ist in den Buchhandelsdaten der gewünschte Titel ni cht vorhanden oder bevorzugen Sie ein klassisches Erwerbungsformular mit freier Eingabe-
    möglichkeit, können Sie mit diesem Ihren Bestellwunsch gern direkt an uns senden.
    Das Formular ist jederzeit auch über den Menüpunkt „ Suchen – KaufWunsch “ aufrufbar.

 

Das von Ihnen zum Kauf vorgeschlagene Medium wird gemäß den DFG-Erwerbungsrichtlinien und entsprechend den Sammelschwerpunkten der beiden Betreiberbibliotheken SLUB Dresden und UB Heidelberg von diesen erworben. Für Sie entstehen dabei keine Kosten.

 

Der KaufWunsch ist ein Baustein innerhalb der Arbeitschwerpunkte von arthistoricum.net auf dem Weg zum Fachinformationsdienst Kunst und ein Modul zur Umsetzung einer bedarfsgerechten, nachfrageorientierten Erwerbung. Das hier im Portal integrierte Patron-Driven-Acquisition-Modell für den Printbereich basiert auf dem KaufTipp der SLUB Dresden, der seit dem Wintersemester 2013/2014 in Betrieb ist. Das aktuell noch auf den Bücherpool des Entwicklungspartners beschränkte Titelangebot wird für arthistoricum.net in einem nächsten Schritt um fachspezifische Anbieterdaten ergänzt, damit auch fremdsprachige Medien und schwer erhältliche Titel, zum Beispiel aus dem Ausland, schnell für Ihre wissenschaftliche Forschung zur Verfügung gestellt werden können.

 

 

Der KaufWunsch in arthistoricum.net ist ein gemeinsames Angebot der SLUB Dresden und der UB Heidelberg im Rahmen der DFG-Förderlinie Fachinformationsdienste für die Wissenschaft . Über die weiteren Entwicklungen werden wir Sie hier im Blog informieren. Mehr zu diesem neuen Service erfahren Sie auch hier und gern persönlich per Mail an redaktion@arthistoricum.net .

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Das ABC vom Kunstkaufhaus

24 Juli, 2014 - 11:45
Das ABC vom Kunstkaufhaus

A #Auswahl #Aktionsartikel
B #bezahlen #bar
C #Center
D #Discounter
E #Einkaufen #Einkaufswagen
F #Fußgängerzone #Filialen
G #Gelegenheit #Geld #Garantie #Gewinnspiel
H #Haushaltsübliche Menge
I #industriell #individuell #Ingolstadt
J #Jugendschutz #jahreszeitlich
K #Künstler #Kassierer/in #Konsum #Kundenkarte # Kunstkaufhaus
L #Lieferanten
M #Markenartikel #Mitarbeiter
N #Normal #Newsletter
O #Öffnungszeiten #Onlineshop
P #Produkte #Preissenkung #Preis-Leistungs-Verhältnis
Q #Quengelzone #Qualität
R #Regionalartikel #Reklamation #Rückgabe
S #Sonderangebot # Saisonartikel #Service
T #Treueprämie #Testergebnisse
U #Überfall #Umtausch
V #Verfügbarkeit #Videoüberwachung
W #Warentest #Warenprobe #Werbung
X -
Y -
Z #Zufall #Zufriedenheit

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Verdoppelung der Welt

23 Juli, 2014 - 17:00
3D-Digitalisierung von Skulpturen im Frankfurter Liebieg-Haus

Die Kunstgeschichte ist eine Reproduktionswissenschaft. Daran ändern auch die zuweilen fetischhaften Beschwörungen der Bedeutung des Originals nichts. Dass die Skulptur im kunstgeschichtlichen Kanon eher ein Schattendasein fristet, dürfte auch mit der Tatsache zu tun haben, dass sie aufgrund ihrer Dreidimensionalität schwer zu reproduzieren ist. Das könnte sich jetzt ändern.

Digitale 3D-Scans gibt es schon seit einigen Jahren. Das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung, laut eigener Aussage "die weltweit führende Einrichtung für angewandte Forschung im Visual Computing" hat jetzt für das Frankfurter Liebieg-Haus ein Verfahren entwickelt, das den Scan-Vorgang vereinfacht und perfektioniert. In wenigen Minuten ist eine Plastik durch die Scanstraße bugsiert, dabei werden Dutzende von Aufnahmen gemacht, die das Objekt in seiner Dreidimensionalität und in höchster Auflösung erfassen. Im Zweifel so (meine Vermutung), dass es dann in einem 3D-Drucker so wieder ausgedruckt werden kann, dass über kurz oder lang auch Experten Schwierigkeiten haben werden, das Original von der Reproduktion zu unterscheiden. (Die Revolution, die hier dem Kunstmarkt bevorsteht, ähnelt all den Umstürzen, die von der Digitalisierung auch in anderen Feldern angestoßen werden) Bevor aber Letzteres wahr wird, könnte die Verfahrensweise, die geeignet ist, Skulptur-Digitalisierungen in Massen durchzuführen, vor allem zu dem führen, was ich anfänglich vermutet habe: der Skulptur den Rang in der Kunstgeschichte restituieren, der ihr historisch und ästhetisch zukommt.

 

 

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Eine großartige Veranstaltungsreihe ging zu Ende: Warhol in Frankfurt

21 Juli, 2014 - 14:18

Am letzten Donnerstag, 17. Juli 2014, endete mit einer Podiumsdiskussion eine zweisemestrige Veranstaltungsreihe, die in vielerlei Hinsicht ein dickes Lob verdient. 15 Abendvorträge von internationalen Wissenschaftlern, Autoren und Kritikern erläuterten Aspekte des filmischen Werkes von Andy Warhol unter dem (auch ironisch zu verstehenden) Titel „Easier than Painting“. Daran schloss sich jeweils eine Filmvorführung mit restaurierten Kopien, allesamt Leihgaben aus dem Museum of Modern Art in New York, im 16-mm-Format auf der Kinoleinwand des Frankfurter Filmmuseum s an. Es war eine einmalige Gelegenheit, die Filme in angemessener und guter Projektion zu sehen, denn zu oft werden sie im Ausstellungskontext auf einem Monitor in schlechter Qualität präsentiert. Die Konzentration auf die Filme erneuerte den Blick auf Warhols Schaffen, ist er doch durch die massenhafte Reproduktion von Suppendosen und Marilyns gesättigt und gelangweilt.

 

Die Reihe wurde durch eine Kooperation möglich gemacht, die schon zuvor mit einer Jean-Luc-Godard-Reihe begonnen hatte und ab dem Wintersemester 2014 mit Pasolini weitergeführt wird: die Frankfurter Kunstgeschichte mit Henning Engelke und Regine Prange, das Frankfurter Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft mit Vinzenz Hediger und Marc Siegel sowie das Filmmuseum Frankfurt, namentlich Urs Spoerri, das die Leihgaben besorgte. Die Vorträge hielten u.a. Amy Taubin, Michael Diers, Brigitte Weingart, Juan Suárez, Juliane Rebentisch, Douglas Crimp, Diedrich Diederichsen. "Easier than Painting" war aufgrund der Leihgaben eine teure Veranstaltung, sie war sehr gut besucht, auch wenn sie mit der an die Vorträge und Filme sich anschließenden Diskussionen oft erst spät endete und die Geduld von universitätsfern tätigen Frühaufstehern herausforderte. Die sechsstündige Aufführung von Sleep  (1963) beispielsweise wurde gar zu einem „Event“: Der Film erweiterte sich in den Zuschauerraum, man holte sich Getränke, kam und ging. Das sich stets nur wenig verändernde, flackernde Bild des Schlafenden faszinierte, erhob das genaue Hinsehen zu einer heilsamen Ausweg aus dem permanenten, schnellen Bilderwechsel unserer Tage. In den Resümees, die am Donnerstag von den vier Organisatoren Engelke, Hediger, Prange und Siegel gezogen wurden, erschienen das Mediumspezifische, das Expended Cinema, die amateurhafte Gesamterscheinung/die Thematisierung des Scheiterns, das Narrative vs. das Nichtnarrative, die Offenheit im Hinblick auf die Filmkultur und die Stellungnahme gegen europäische Kunsttraditionen als die Punkte, die im Hinblick auf Warhols filmisches Schaffen weiterzuverfolgen sind.

Eine Interdisziplinarität ist unabdingbar, wenn man sich mit Warhols Filmen beschäftigt. Die Kunstgeschichte hat diesen Teil seines Werkes stets ausgeblendet, was, so hieß es in der abschließenden Podiumsdiskussion, auch in der Abwertung des Films gegenüber der bildenden Kunst, in der weniger kommerziellen Verwertbarkeit von Film generell begründet liegen mag - und sicherlich auch mit den „schmutzigen“ Sujets der Filme angesichts einer allgemeinen Homophobie einhergeht, wie Marc Siegel bemerkte. Die Kunstgeschichte beginnt zu Recht – in Frankfurt ist das Regine Prange zu verdanken – ihre Kompetenzen auf den Film hin zu erweitern.

Die Veranstaltung wird in ein Buch münden, das im nächsten Jahr im Fink Verlag erscheinen soll und die Vorträge mit zusätzlichen Texten einbindet. Auf dem Youtube-Kanal des Deutschen Filminstituts kann man einige der Vorträge nachholen. Idealerweise sollten auch die Filme online sein, aber das wird wohl kaum mit der Marke Warhol und den Rechteinhabern zu machen sein – es widerspräche allerdings auch der einzig adäquaten Präsentationsform: der Großprojektion im Kinosaal.

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Online: Das Lebenswerk des letzten großen Unbekannten der Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts

18 Juli, 2014 - 15:27

2013 wurde erstmals das Werk des deutsch-amerikanischen Fotografen Hermann Landshoff (1905 in München -1986 in New York) in einer eindrucksvollen Retrospektive im Münchner Stadtmuseum gewürdigt. Der Katalog zur Ausstellung „Hermann Landshoff – Eine Retrospektive. Photographien 1930-1970“ gibt umfassend Auskunft über Leben und Werk des Fotografen und lädt anhand von 250 ausgewählten Aufnahmen ein zur Neu- bzw. Wiederentdeckung eines der letzten großen Unbekannten der Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Diese Entdeckungsreise kann jetzt erstmals auch durch das vollständige  Gesamtwerk des Fotografen  erfolgen. Im Archiv der Fotografen der Deutschen Fotothek werden in Kooperation mit der  Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums  nun erstmals alle rund 3.500 Aufnahmen digital präsentiert.

 

Leonora Carrington (sitzend), André Breton, Marcel Duchamp, Max Ernst (von links nach rechts) mit dem Gemälde "Akt am Fenster" des Malers Morris Hirshfield, New York 1942

 

Das Werk umfasst hauptsächlich Mode- und Portraitfotografien, die er seit den 1930er Jahren für Magazine wie Vogue, Harper’s Bazaar, Mademoiselle u.a. aufgenommen hat. Landshoff, aus wohlhabendem musisch geprägten jüdischem Elternhaus stammend, war als Fotograf ein Autodidakt. Er begann seine Laufbahn 1930 als Bildjournalist in München, zuvor war er bereits als Grafiker und Karikaturist erfolgreich gewesen. Die Karriere als Modefotograf begann in Paris, der ersten Station seines Exils, das ihn 1942 nach New York führte, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Landshoffs Fotografien wurden für die internationale Modefotografie wegweisend durch die Einführung dynamischer Kompositionen sowie spontaner Bewegungs- und Alltagssituationen und wurde u.a. von Modefotografen wie Richard Avedon rezipiert. Obwohl Landshoffs Arbeiten während seiner Karriere einen enormen Einfluss besaßen, blieb ihnen eine fotografiegeschichtliche und museale Würdigung bis 2013 versagt, da kaum Werke in öffentlichen Sammlungen vorhanden sind und der Nachlass bis dato nicht ausgestellt und publiziert wurde.

 

Parallel zu den Modeaufnahmen widmete sich Landshoff der Portraitfotografie. Er schuf Portraits von Künstlern, Wissenschaftlern und Fotografen. Sie entstanden vor allem seit 1942 im amerikanischen Exil des Fotografen. Die Portraitierten teilten häufig das Schicksal Landshoffs, der aufgrund seiner jüdischen Abstammung in die Emigration gezwungen wurde. Es entstanden u.a. Aufnahmen von den Physikern  Albert Einstein  und Robert Oppenheimer, von Künstlern wie Max Ernst und Marcel Duchamp, dem Kunstkritiker  Max Osborn  sowie ein in der Fotografiegeschichte einzigartiger Portraitzyklus von rund 70 der bedeutendsten Fotografen der Zeit, darunter  Edward Steichen Walker Evans Ansel Adams Robert Frank Irving Penn  und  Richard Avedon . Es ist das persönliche „Who‘s Who“ von Landshoff, aber objektiv betrachtet hat er die Mehrzahl der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts ins Bild gesetzt.

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Gnade vor Recht – Gestohlene Kreuzigung aus der Cranach-Werkstatt wieder gefunden!

17 Juli, 2014 - 10:24

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Im 19.Jahrhundert hat die Kirchengemeinde St. Trinitatis in Leipzig ein 1546 datiertes Epitaph mit der Darstellung einer Kreuzigung und Stiftern erworben. Dieses galt, seit es im Zweiten Weltkrieg ausgelagert worden war, als verschollen. Bis vor kurzem wurde auf der Internetseite der Propstei Leipzig nach der Tafel gefahndet.

Im Zuge der umfangreichen Recherchen des Cranach Research Institute (cri) nach Werken aus der Cranach-Werkstatt für die Forschungsdatenbank www.cranach.net wurde bereits 2012 auf der Internetseite einer Restauratorin das Werk entdeckt und zugeordnet. So konnte nachvollzogen werden, dass die Tafel wahrscheinlich durch Vermittlung eines Dresdner Restaurators 1996 an die Fachhochschule Köln kam, wo sie durch die damalige Studentin restauriert wurde. Die Hintergründe über die Herkunft schienen dem dort als Professor tätigen Cranach-Spezialisten nicht bekannt gewesen zu sein. Bereits 1989 verließ das Epitaphium ein namhaftes Amsterdamer Auktionshaus für 18.000 NLG. Nachdem die Tafel 1991 im Besitz eines Münchener Kunsthändlers war, stand sie 1996 im Mittelpunkt einer Augsburger Auktion. Von dort ging sie für 70.000 DM in bayerischen Privatbesitz über. Der neue Besitzer stiftete das Bild später einer Benediktinerabtei, wo es sich aktuell noch befindet.

Der rechtliche Eigentümer in Leipzig zeigte sich über die Identifikation des Aufbewahrungsortes des Bildes, nach dem die Propstei so lange gesucht hatte, erfreut, unternahm aber keine weiteren Schritte. Die Suchmeldung im Internet ist mittlerweile gelöscht.

Es erging von klerikaler Seite wohl Gnade vor Recht!</article>

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Zürcher Erklärung zur digitalen Kunstgeschichte

16 Juli, 2014 - 10:46
Eine Initiative des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft

Nicht nur durfte ich bei der Tagung in Zürich einen Vortrag halten, der auch in diesem blog veröffentlicht ist, sondern ich konnte wie viele andere eine Erklärung mitunterzeichnen, die von dem Institut dankenswerterweise herausgebracht wurde. Sie können sie hier finden. Wichtig wäre es, wenn Sie sich den Forderungen selber anschließen könnten und dies auf dieser Seite auch zum Ausdruck bringen würden. 

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Cranach? Wenig spannend bis langweilig!

15 Juli, 2014 - 09:57

Während eines Gesprächs merkte ein Kollege zur Forschung über Cranach an: wenig spannend bis langweilig! Auch den Kunstmarkt scheint in Bezug auf Cranach nur eine Frage zu bewegen: von der Hand des Meisters oder -nur Werkstatt-? Und dennoch reihen sich Ausstellungen und Fachtagungen mit Cranach-Bezug in schöner Regelmäßigkeit aneinander. Was hierbei allerdings mitunter als kunsthistorische Sensation gefeiert wird, scheint dem Kollegen Recht zu geben.

Warum also ein Blog „Cranachforschung“? Die Antwort könnte lauten: weil es einen Stammtisch braucht, an dem auch mal ein offenes Wort gesprochen werden kann, ohne dass es gleich der Verdammnis bestehender Lehrmeinung zum Opfer fällt. Ein Ort, der auch den scheinbar belanglosen Einwurf sowie erneute Fragen zulässt, deren Beantwortung bislang nicht wirklich gelang. Ein Medium beschleunigten wissenschaftlichen Diskurses mit den Mitteln des web 2.0.

– Find’ ich spannend!

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CfP: 87. Kunsthistorischer Studierendenkongress (Heidelberg, 27. – 30. Nov. 14)

10 Juli, 2014 - 14:38
Call for Papers

Heidelberg, 27.-30. November 2014
Einsendeschluss: 31. August 2014

Der Kunsthistorische Studierendenkongress (KSK) des Wintersemesters 2014/15 wird vom 27. bis zum 30. November 2014 unter dem Motto „Ansichtssache“ in Heidelberg stattfinden.


Kunst ist eine Ansichtssache. Ob es um die Betrachtung eines Werkes, um Interpretationen oder Perspektiven geht, Ansicht lässt sich vielschichtig verstehen: Welche Ansichten bietet ein Werk? Welche Ansichten des Künstlers, des Auftraggebers oder der Gesellschaft spiegelt es wider? Welche Ansichten bestehen über ein Objekt und prallen gar aufeinander?


Ansicht kann das Äußere eines Kunstwerkes betreffen, die Schauseite, auf die es ausgerichtet ist, die Fassade eines Gebäudes oder das Erscheinungsbild einer Stadt. Auf Mehransichtigkeit angelegte Werke wie etwa eine figura serpentinata, Wandelaltäre oder Vexierbilder machen durch das Spiel mit verschiedenen Bedeutungsebenen die Ansicht und ihre Variabilität zum Thema. Bildimmanente Mittel wie die Zentral- oder die Bedeutungsperspektive ermöglichen, die Narration zu verdeutlichen und zu hierarchisieren. Auf inhaltlicher Ebene wiederum können unterschiedliche Lesarten verschiedene Bedeutungen generieren.


Um Ansichten bildlich festzuhalten, wurden diverse Apparate und Techniken entwickelt, angefangen mit der Camera obscura über Fotografie bis hin zum 3D-Kino. Sie werfen unter anderem die Frage nach der Reproduzierbarkeit von Bildern, nach Wahrnehmungsformen und deren Wandel auf. Medium, Materialität und Kontext beeinflussen den Blick des Betrachters, der vom Künstler antizipiert, gelenkt oder manipuliert werden kann. Die Wechselwirkungen zwischen Betrachter und Objekt können ebenso unter verschiedenen Blickwinkeln diskutiert werden.


Oftmals ist auch die Sichtweise auf ein Werk Ansichtssache, was in Zuschreibungsfragen, methodischen Kontroversen und gesellschaftlichen Debatten zum Ausdruck kommt und die Deutung eines Kunstwerkes beeinflusst. So können beispielsweise Paradigmenwechsel und ihre Folgen Gegenstand wissenschaftstheoretischer Überlegungen sein. Aber nicht nur wissenschaftliche, sondern auch politische Systeme streben danach, ihre Ansichten zu visualisieren und zu verbreiten. Ideologisch gefärbte Interpretationen können entstehungszeitlich bedingt sein, aber auch im Nachhinein an ein Kunstwerk herangetragen werden und dessen Lesart bestimmen.


Diesen „Ansichtssachen“ − mit all ihren Facetten − möchten wir auf dem 87. Kunsthistorischen Studierendenkongress in Heidelberg nachgehen. Neben der
Präsentation individueller Blicke auf Kunstwerke aller Epochen und Gattungen soll auch der Austausch über methodische und theoretische Positionen angeregt werden. Als Vertretung und gemeinsames Sprachrohr aller Studierenden der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften im deutschsprachigen Raum bietet der KSK einen Rahmen, um Inhalte und Methoden unserer Disziplin gemeinsam zu besprechen und kritisch zu reflektieren.


Wir laden Studierende aller Semesterstufen, vom Studienanfänger bis zum Promovierenden, sowie Volontäre herzlich ein, sich mit Vorträgen (20-25 Minuten),
Workshops (1-2 Stunden) oder anderen Formaten (Rundgänge, Round Tables etc.) an der Gestaltung des Heidelberger KSK zu beteiligen.


Wir freuen uns auf Eure Beiträge und Ideen!


Abstracts zu Vorträgen, Workshops und anderen Formaten (max. 2.500 Zeichen inkl. Leerzeichen) können zusammen mit einem kurzen akademischen Lebenslauf bis 31. August 2014 gesendet werden an: ksk@zegk.uni-heidelberg.de

www.ksk.uni-hd.de
www.facebook.com/KSKHeidelberg


Veranstaltungsort

Institut für Europäische Kunstgeschichte
ZEGK – Universität Heidelberg
Seminarstraße 4
69117 Heidelberg

Vorschläge für Vorträge und Workshops können sich an folgenden Themenschwerpunkten orientieren:

  • Ansichten zu Kunstwerken aller Epochen und Gattungen, Architekturtheorie und Städtebau
  • Mehransichtigkeit
  • Erzählstrategien
  • Bildzitate, Interpikturalität, gemalte Kunsttheorie
  • Bildgebende Verfahren und Techniken
  • Kunsttheoretische Debatten und Paragone
  • Geschichte der Kunstgeschichte
  • Methodendebatten und ihre Auswirkungen
  • Kunstbegriff
  • Zuschreibungsfragen
  • Globale Perspektiven und Alterität
  • Kunstkritik
  • Politische Kunst
  • Rezeptionsästhetik und -geschichte
  • Sammlungsgeschichte und museale Präsentationsformen
  • Konservierung, Restaurierung und Denkmalpflege
  • Kunstfälschung
  • Kunstrecht
  • Digitale Kunstgeschichte

 

 

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Wünsch Dir was! Das "Wunschbuch Kunst"

7 Juli, 2014 - 08:32

Neben der Berücksichtigung von Anschaffungsvorschlägen für gedruckte Kunstbücher erfüllt die Universitätsbibliothek Heidelberg nun auch Digitalisierungswünsche!


Digitalisiert werden können folgende Titel:

  • Gemeinfreie Bücher, also Titel, deren Autoren mehr als 70 Jahre tot sind.
  • Sie sind selbst der Autor/die Autorin und übertragen uns die einfachen Nutzungsrechte zur Digitalisierung eines Aufsatzes oder einer Monographie. Ggf. müssen hier noch die Rechte des Verlages etc. geprüft werden.
  • Sonstige Werke, allerdings nur, wenn mit Autor und Verlag die Rechte geklärt wurden.


Bitte wenden Sie sich per E-Mail mit Ihrem Digitalisierungsvorschlag an effinger@ub.uni-heidelberg.de und machen Sie möglichst genaue Angaben, um welchen Titel es sich handelt.

Dieser Service wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Kontext des Projektes "arthistoricum.net - Fachinformationsdienst Kunst" gefördert.

Siehe auch http://www.ub.uni-heidelberg.de/fachinfo/kunst/wunschbuch.html .


Eine Übersicht der bislang in Heidelberg digitalsierten kunstwissenschaftlichen Literatur finden Sie unter http://kunstliteratur-digital.uni-hd.de .

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