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Aktualisiert: vor 3 Stunden 29 Minuten

Ihre Meinung ist gefragt! Umfrage zu "arthistoricum.net"

9 März, 2015 - 14:51

Der von der DFG geförderte Fachinformationsdienst Kunst ging 2014 aus den beiden Sondersammelgebieten „Allgemeine Kunstwissenschaft, Mittlere und neuere Kunstgeschichte bis 1945“ der Universitätsbibliothek Heidelberg und „Zeitgenössische Kunst ab 1945 einschließlich Fotografie, Industriedesign und Gebrauchsgrafik“ der Sächsischen Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden hervor.

Gemäß der neuen Förderlinie der DFG liegt der Schwerpunkt von Fachinformationsdiensten in der Optimierung des Zugangs zu forschungsrelevanter Information und in der Entwicklung fachspezifischer Dienstleistungen. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, den Informationsbedarf der Fachcommunity zu ermitteln.

Die Umfrage soll daher Aufschluss über das Interesse, die Nutzung und den konkreten Bedarf der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Informationen und Dienstleistungen im Fachbereich Kunst und kunstwissenschaftlich verwandter Fächer geben.

Teilnehmen können bis zum 30. März 2015 alle Vertreterinnen und Vertreter dieser Disziplinen sowie alle daran Interessierten.

Die Erstellung und Auswertung der Umfrage erfolgt im Rahmen einer Masterarbeit am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin durch Frau Kerstin Albers. Die Ergebnisse sollen in die Weiterentwicklung von arthistoricum.net einfließen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

 


Hier können Sie die Umfrage starten


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Neues Themenportal CARICATURE

3 März, 2015 - 17:57

Andre Gill, L'Éclipse et la censure, in: L' Eclipse 4.1871, Nr. 161, Titelseite

Die Ereignisse der jüngsten Zeit zeigen, dass weder Karikaturen noch Satiremagazine an Brisanz und Aktualität eingebüßt haben. Wissenschaftler aus verschiedenen Zweigen der Forschung beschäftigen sich in ihren Bereichen auf vielfältige Art und Weise mit Karikaturen und Satiremagazinen. Das neue Themenportal CARICATURE will diesen verschiedenen Forschungs- und Tätigkeitsbereichen die Möglichkeit bieten, Informationen, Veranstaltungshinweise und Wissenswertes mit Interessierten zu teilen.
Neuste Aktivitäten und Veranstaltungshinweise werden in der Rubrik Aktuell angekündigt. Webseiten von Archiven, Projekten, Datenbanken, Museen, Zeitschriften und sonstigen Einrichtungen sind in den jeweiligen Rubriken aufgelistet.
Speziell für das Themenportal hat die Universitätsbibliothek Heidelberg die Bibliographie CARICATURE erstellt, die internationale und interdisziplinäre Forschungsliteratur erfasst und regelmäßig ergänzt. Der Grundstock dieser Bibliographie wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Raphael Rosenberg (Universität Wien) und den Mitarbeitern des DFG-Projekts „Die europäische Perspektive: Digitalisierung und Erschließung ausländischer Kunst- und Satirezeitschriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ erstellt. Hinweise auf neue Publikationen oder zur Ergänzung der Bibliographie nimmt Dr. Maria Effinger von der Universitätsbibliothek Heidelberg entgegen.
In der rechten Spalte des Themenportals CARICATURE werden künftig aktuelle Blogbeiträge der Kategorie Karikatur eingeblendet. Hier  können Fachleute regelmäßig zum Thema bloggen bzw. als Gastblogger einzelne Beiträge einreichen.
Die Idee und das Konzept des Themenportals entstanden aus dem Wunsch, das Wissen und die Erfahrung, welche durch die langjährige Arbeit mit Karikaturen und Satirezeitschrift in den Heidelberger DFG-Projekten zu Digitalisierung und Erschließung illustrierter Kunst- und Satirezeitschriften angesammelt wurde, zu teilen und mit Kollegen zu diskutieren.
Über Anregungen, Veranstaltungshinweise und Beiträge freut sich die Redaktion .

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Neues Themenportal CARICATURE

3 März, 2015 - 17:57
  • Andre Gill, L'Éclipse et la censure, in: L' Eclipse 4.1871, Nr. 161, Titelseite

Die Ereignisse der jüngsten Zeit zeigen, dass weder Karikaturen noch Satiremagazine an Brisanz und Aktualität eingebüßt haben. Wissenschaftler aus verschiedenen Zweigen der Forschung beschäftigen sich in ihren Bereichen auf vielfältige Art und Weise mit Karikaturen und Satiremagazinen. Das neue Themenportal CARICATURE will diesen verschiedenen Forschungs- und Tätigkeitsbereichen die Möglichkeit bieten, Informationen, Veranstaltungshinweise und Wissenswertes mit Interessierten zu teilen.
Neuste Aktivitäten und Veranstaltungshinweise werden in der Rubrik Aktuell angekündigt. Webseiten von Archiven, Projekten, Datenbanken, Museen, Zeitschriften und sonstigen Einrichtungen sind in den jeweiligen Rubriken aufgelistet.
Speziell für das Themenportal hat die Universitätsbibliothek Heidelberg die Bibliographie CARICATURE erstellt, die internationale und interdisziplinäre Forschungsliteratur erfasst und regelmäßig ergänzt. Der Grundstock dieser Bibliographie wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Raphael Rosenberg (Universität Wien) und den Mitarbeitern des DFG-Projekts „Die europäische Perspektive: Digitalisierung und Erschließung ausländischer Kunst- und Satirezeitschriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ erstellt. Hinweise auf neue Publikationen oder zur Ergänzung der Bibliographie nimmt Dr. Maria Effinger von der Universitätsbibliothek Heidelberg entgegen.
In der rechten Spalte des Themenportals CARICATURE werden künftig aktuelle Blogbeiträge der Kategorie Karikatur eingeblendet. Hier  können Fachleute regelmäßig zum Thema bloggen bzw. als Gastblogger einzelne Beiträge einreichen.
Die Idee und das Konzept des Themenportals entstanden aus dem Wunsch, das Wissen und die Erfahrung, welche durch die langjährige Arbeit mit Karikaturen und Satirezeitschrift in den Heidelberger DFG-Projekten zu Digitalisierung und Erschließung illustrierter Kunst- und Satirezeitschriften angesammelt wurde, zu teilen und mit Kollegen zu diskutieren.
Über Anregungen, Veranstaltungshinweise und Beiträge freut sich die Redaktion .

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arthistoricum.net: Soft-Relaunch

21 Februar, 2015 - 14:19
Werkstattnotiz Responsive Design

  Ob Desktop, Tablet oder Smartphone: arthistoricum.net ist seit Kurzem in allen Ausgabeformaten uneingeschränkt nutzbar!

Durch Anpassung der Webangebote im sogenannten Responsive Design reagieren die Inhalts,- Navigations- und Strukturelemente von arthistoricum.net auf die Bildschirmauflösung des jeweils verwendeten Endgerätes, um so eine gleichbleibende Nutzerfreundlichkeit zu bieten. Diese Neuerung bot zugleich die Möglichkeit eines Soft-Relaunchs der Webseiten durch Verjüngung des Layouts.

Die Weiterentwicklung des Portalangebots ist Teil des Aktionsfelds "Ausbau der Informationsinfrastruktur von arthistoricum.net" im Kontext des DFG-geförderten Projekts arthistoricum.net - Fachinformationsdienst Kunst und wird in den kommenden Monaten weiter vorangetrieben.

 

 

Die technische Realisierung des Soft-Relaunchs erfolgte an der SLUB Dresden.
Anregungen zur Verbesserung und Ausbau von arthistoricum.net können Sie gern an redaktion@arthistoricum.net oder persönlich an Annika-Valeska.Walzel@slub-dresden.de senden.

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arthistoricum.net: Soft-Relaunch

21 Februar, 2015 - 14:19
Werkstattnotiz Responsive Design

  Ob Desktop, Tablet oder Smartphone: arthistoricum.net ist seit Kurzem in allen Ausgabeformaten uneingeschränkt nutzbar!

Durch Anpassung der Webangebote im sogenannten Responsive Design reagieren die Inhalts,- Navigations- und Strukturelemente von arthistoricum.net auf die Bildschirmauflösung des jeweils verwendeten Endgerätes, um so eine gleichbleibende Nutzerfreundlichkeit zu bieten. Diese Neuerung bot zugleich die Möglichkeit eines Soft-Relaunchs der Webseiten durch Verjüngung des Layouts.

Die Weiterentwicklung des Portalangebots ist Teil des Aktionsfelds "Ausbau der Informationsinfrastruktur von arthistoricum.net" im Kontext des DFG-geförderten Projekts arthistoricum.net - Fachinformationsdienst Kunst und wird in den kommenden Monaten weiter vorangetrieben.

 

 

Die technische Realisierung des Soft-Relaunchs erfolgte an der SLUB Dresden.
Anregungen zur Verbesserung und Ausbau von arthistoricum.net können Sie gern an redaktion@arthistoricum.net oder persönlich an Annika-Valeska.Walzel@slub-dresden.de senden.

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Bildähnlichkeiten digital

19 Februar, 2015 - 11:39
Erstaunliches aus der BSB

Die Bayerische Staatsbibliothek hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten player im Bereich der Digital Humanities entwickelt. Das gilt jetzt auch für die Kunstgeschichte. Denn das, was hier mit der Bildsuche geliefert wird, ist schon erstaunlich.

Im Gegensatz zu dem, was üblich ist, werden bei der BSB-Bildsuche keine Metadaten adressiert, sondern die Bilder selber bzw. die Pixel, aus denen diese Bilder im Digitalen bestehen. Insgesamt ist z.Z. ein Bestand von 5 Millionen Bildern vorhanden, die aus illustrierten Büchern aus BSB-Beständen entnommen sind, und deren Digitalisierung wohl im Rahmen der berühmt-berüchtigten google-Kooperation unternommen wurde. Ich kann bei meiner Suche bestimmte Parameter ändern, etwa den Zeitraum einschränken oder auch die Akzentuierung der Suche auf Farbähnlichkeiten oder Kantendetektion fokussieren, und sogar das Hochladen eigener Bilder zwecks Auffinden von ähnlichen Bildern ist möglich. Die Ergebnisse sind gemischt. Zunächst einmal sollte man sich klar machen, dasss Pixel-Ähnlichkeit nicht unbedingt eine semantische Nähe bezeichnet. In meinem Beispiel hatte ich eine schwarze Rückenfigur (siehe oben) vorgegeben, und nur aufgrund der Pixel-Ähnlichkeit kamen zwar einerseits auch weitere Rückenansichten und Ansichten von dunkel gekleideten Figuren heraus, aber auch ein Buchstabe A und ein Hochhaus, die dem Ausgangspunkt rein phänomenologisch eben ähnlich sind. Mit ein wenig Herumexperimentieren bei den Paramtern wird man hier manches noch verbessern können, in anderen Fällen nämlich, vor allem bei komplexer strukturierten Bildgegenständen ist die Bildähnlichkeit doch zuweilen kaum überzeugend. Aber vielleicht wäre ja auch eine Kombination mit Metadaten zur Verbesserung der Ergebnisse denkbar. In jedem Fall ein tool, das bei Verbesserung gerade auch für die Kunstgeschichte ungeahnte Perspektiven eröffnen dürfte.

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Bildähnlichkeiten digital

19 Februar, 2015 - 11:39
Erstaunliches aus der BSB

Die Bayerische Staatsbibliothek hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten player im Bereich der Digital Humanities entwickelt. Das gilt jetzt auch für die Kunstgeschichte. Denn das, was hier mit der Bildsuche geliefert wird, ist schon erstaunlich.

Im Gegensatz zu dem, was üblich ist, werden bei der BSB-Bildsuche keine Metadaten adressiert, sondern die Bilder selber bzw. die Pixel, aus denen diese Bilder im Digitalen bestehen. Insgesamt ist z.Z. ein Bestand von 5 Millionen Bildern vorhanden, die aus illustrierten Büchern aus BSB-Beständen entnommen sind, und deren Digitalisierung wohl im Rahmen der berühmt-berüchtigten google-Kooperation unternommen wurde. Ich kann bei meiner Suche bestimmte Parameter ändern, etwa den Zeitraum einschränken oder auch die Akzentuierung der Suche auf Farbähnlichkeiten oder Kantendetektion fokussieren, und sogar das Hochladen eigener Bilder zwecks Auffinden von ähnlichen Bildern ist möglich. Die Ergebnisse sind gemischt. Zunächst einmal sollte man sich klar machen, dasss Pixel-Ähnlichkeit nicht unbedingt eine semantische Nähe bezeichnet. In meinem Beispiel hatte ich eine schwarze Rückenfigur (siehe oben) vorgegeben, und nur aufgrund der Pixel-Ähnlichkeit kamen zwar einerseits auch weitere Rückenansichten und Ansichten von dunkel gekleideten Figuren heraus, aber auch ein Buchstabe A und ein Hochhaus, die dem Ausgangspunkt rein phänomenologisch eben ähnlich sind. Mit ein wenig Herumexperimentieren bei den Paramtern wird man hier manches noch verbessern können, in anderen Fällen nämlich, vor allem bei komplexer strukturierten Bildgegenständen ist die Bildähnlichkeit doch zuweilen kaum überzeugend. Aber vielleicht wäre ja auch eine Kombination mit Metadaten zur Verbesserung der Ergebnisse denkbar. In jedem Fall ein tool, das bei Verbesserung gerade auch für die Kunstgeschichte ungeahnte Perspektiven eröffnen dürfte.

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Bericht: Summer School "(Art-)Forgery – Cultural, Social, Economic and Juristic Aspects in a Transcultural Perspective": 14. - 23. September 2014

14 Februar, 2015 - 12:26
Bericht: Summer School "(Art-)Forgery – Cultural, Social, Economic and Juristic Aspects in a Transcultural Perspective": 14. - 23. September 2014

Zwischen dem 14. und dem 23. September 2014 fand an der Universität Heidelberg die vom HCCH (Heidelberg Center for Cultural Heritage: Prof. Dr. Christian Witschel , Michaela Böttner) und dem Institut für Europäische Kunstgeschichte (Prof. Dr. Henry Keazor) organisierte und von der VolkswagenStiftung finanzierte Summer School „(Art-)Forgery – Cultural, Social, Economic and Juristic Aspects in a Transcultural Perspective“ statt.

 

Die insgesamt 17 TeilnehmerInnen aus Australien, den USA, China, Großbritannien, Serbien, Portugal und Deutschland hatten zuvor einen Reader mit Texten erhalten, die für die während der Summer School verhandelten Themen eine gemeinsame Basis darstellten. Die Vorab-Lektüre dieser Beiträge ermöglichte es so, dass man relativ schnell zu einer vertieften Diskussion zentraler Aspekte vordrang, da zum klareren Verständnis des jeweils Gemeinten stets auf entsprechende Artikel und die dort verhandelten und verwendeten Begriffe verwiesen werden konnte. 

In diesen Texten noch nicht geklärte und bereit gestellte Begriffe wurden sodann im Eröffnungsvortrag und in der anschließenden Diskussion entwickelt, wobei es auch um eine Erörterung der zuweilen im Bereich der Fälschung sehr feinen und variablen Trennlinie zwischen legitimen Praktiken künstlerischen Schaffens (wie z.B. dem Kopieren oder der Stil-Aneignung) und deren Anwendung zu kriminellen Täuschungszwecken ging.

 

Bereits bei dieser ersten Diskussion wurde deutlich, dass die Summer School enorm von den verschiedenen Wissenshorizonten der TeilnehmerInnen profitierten, welche Fächer wie Kunstgeschichte, Rechtswissenschaften, East Asian Languages and Cultures, Oriental and African Studies, Museologie, Conservation and Restoration sowie Theaterwissenschaften  vertraten und während der Diskussionen ihre jeweiligen Kenntnisse und Erfahrungen untereinander austauschten.

 

Auch der für die Summer School gewählte transkulturelle wie transdisziplinäre Ansatz erwies sich als äußerst geeignet und passend: ExpertInnen chinesischer, südamerikanischer, westlicher Kunst, ProvenienzforscherInnen, Archäologen, Polizeibeamte, Kunst-Technologen und im kulturpolitischen Bereich Tätige (darunter Prof. Dr. Lynn Catterson [New York, Columbia University], Dr. Bernd Kromer [ Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie an den Reiss Engelhorn Museen in Mannheim ], Dra. Franziska Neff [Universität Heidelberg, Institut für Europäische Kunstgeschichte/ Ibero-Abteilung ], Dr. Hermann Pflug [Universität Heidelberg, Institut für Klassische Archäologie], Dr. Roland Schwab [ Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie an den Reiss Engelhorn Museen in Mannheim ]) trugen im Verbund mit Filmvorführungen, Führungen durch Laboratorien, Diskussionen vor den entsprechenden Objekten in Museumsammlungen und praktischen Demonstrationen dazu bei, dass die verschiedenen Themen stets von einer Vielzahl von Seiten betrachtet und erörtert werden konnten. Häufig ergänzten sich die einzelnen thematischen Sektionen dabei in äußerst idealer Weise: Hauptkommissar René Allonge ( LKA 45: Kunstdelikte, Berlin ) z.B. hatte eine Reihe von Fälschungen Wolfgang Beltracchis zur Dokumentation seines Vortrages über dessen Vorgehen mitgebracht, die anschließend von Professor Robert Fuchs (Fachhochschule Köln, Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft) als Demonstrationsobjekte der so genannten „Art-Gun“ verwendet werden konnten, einem mobilen Gerät für eine erste Untersuchung von Kunstobjekten, dessen Vorzüge ebenso diskutiert wurden wie seine Begrenzungen, was belastbare Ergebnisse angeht.

Als besonders ergiebig und stimulierend erwies sich zudem eine Exkursion zur Graphischen Sammlung des Frankfurter Städel Museums , wo unter der Leitung des Kurators Dr. Martin Sonnabend anhand von ausgewählten Zeichnungen und Graphiken die Fluidität des Fälschungsbegriffs aufgezeigt und erörtert werden konnte: Die aus der Frühen Neuzeit stammenden Blätter ließen sich häufig nicht eindeutig den Kategorien „Original“ und „Fälschung“ zuweisen, denn ob Werke, die heute als „gefälscht“ kategorisiert würden, auch im historischen Entstehungskontext adäquat mit solchen Begriffen zu belegen seien, ist ebenso eine noch immer offene Diskussion wie es zugleich nach wie vor zuweilen eine besondere Herausforderung darstellt, solche Werke zu erkennen und eindeutig zu bestimmen.

 

Ebenfalls einer solchen, in mehrerlei Hinsicht „eindeutigen“ Beurteilung von „Original“ und „Fälschung“, sowohl in faktischer wie moralischer Hinsicht, entgegen wirkten die Vorträge von Gastdozenten wie Prof. Shan Guoqiang aus China (Direktor der Abteilung „Court Antiques“ des Palast Museums Peking) und Prof. Dr. Luis Jaime Castillo Butters , dem stellvertretenden Minister für kulturelles Erbe und Kulturindustrie in Peru, die jeweils auch für Überraschungen sorgten: Prof. Shan war insbesondere vor dem Hintergrund der Überlegung eingeladen worden, dass Fälschungen in der chinesischen Kultur anders betrachtet zu sein scheinen als in der westlichen Welt, was mit dem jeweils unterschiedlichen Stellenwert individueller Kreativität zu tun haben scheint. Stark vereinfachend gesagt: Während in der chinesischen Kunst der Rückbezug auf eine bereits bestehende Tradition und deren Hervorbringungen ein wesentliches Element sowohl künstlerischer Produktion als auch von deren Wertschätzung darstellt, wird im Westen mehr Wert auf die vom jeweiligen Künstler geleitete Innovation, also zuweilen gerade eher auf den Grad der Abweichung von bzw. den Bruch mit der Tradition gelegt. Wie in der sich an den Vortrag von Professor Shan anschließenden Diskussion sowie in den Darlegungen von Prof. Dr. Sarah Fraser (Universität Heidelberg, Institut für Kunstgeschichte Ostasiens ) über den Fälscher Zhang Daqian deutlich wurde, werden Fälschungen jedoch auch in China durchaus als problematisch angesehen, abgelehnt und sogar verachtet. Nichtsdestotrotz war es zugleich faszinierend zu verfolgen, dass die Pole von „Original” und „Fälschung” dort durchaus in einer sehr viel feingliedrigeren Begriffskette verbunden und miteinander vermittelt werden. Eben diese „Zwischenkonzepte” erwiesen sich für das eigene Nachdenken über das Verhältnis von „Original” und „Fälschung” als sehr inspirierend, da differenzierend, wenn es um die Reflexion über deren Unterschied sowie die hinter solchen Unterscheidungen stehenden Wertvorstellungen ging.

 

Die zweite Überraschung betraf den Vortrag von Prof. Dr. Castillo Butters, einem Experten für die Moche-Kultur seines Landes der mit der Überlegung eingeladen worden war, dass Fälschungen des kulturellen Erbes Lateinamerikas (wie z.B. von antiken Keramikgefäßen) eine besonders ärgerliche Herausforderung dazustellen scheinen.

Prof. Castillo Butters betrachtete das Phänomen jedoch in dem größeren Kontext der über die Fälschung hinausgehenden Herausforderungen bei der Bewahrung kulturellen Erbes in Lateinamerika, zu denen auch Diebstahl und Schmuggel gehören. Er umriss daher eine Position, derzufolge Fälschungen durchaus nicht scharf verurteilt werden, sondern ganz im Gegenteil sogar in gewisser Hinsicht als Hilfsmittel betrachtet werden können, da ihm zufolge nur Touristen und Schmuggler, die es darauf abgesehen hätten, kostbare Artefakte widerrechtlich außer Landes zu bringen, auf solche Fälschungen hereinfallen, so dass hier einen der eher seltenen Fälle gegeben ist, in denen Fälschungen sogar nützlich sein können (die damit angeschnittene Thematik des illegalen Kulturgüterhandels wird auf der nächsten Summer School des HCCH 2015 das Hauptthema darstellen).

 

Jenseits dieser, nur für die TeilnehmerInnen der Summer School organisierten Veranstaltungen, gab es auch einen gemeinsam mit Tina Öcal (Frankfurt am Main/Heidelberg) durchgeführten Abendvortrag, der für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich war und dafür sorgte, dass die TeilnehmerInnen der Summer School sich u.a. mit Studierenden und Mitgliedern der Universität Heidelberg bekannt machen und austauschen konnten.  

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Bericht: Summer School "(Art-)Forgery – Cultural, Social, Economic and Juristic Aspects in a Transcultural Perspective": 14. - 23. September 2014

14 Februar, 2015 - 12:26
Bericht: Summer School "(Art-)Forgery – Cultural, Social, Economic and Juristic Aspects in a Transcultural Perspective": 14. - 23. September 2014

Zwischen dem 14. und dem 23. September 2014 fand an der Universität Heidelberg die vom HCCH (Heidelberg Center for Cultural Heritage: Prof. Dr. Christian Witschel , Michaela Böttner) und dem Institut für Europäische Kunstgeschichte (Prof. Dr. Henry Keazor) organisierte und von der VolkswagenStiftung finanzierte Summer School „(Art-)Forgery – Cultural, Social, Economic and Juristic Aspects in a Transcultural Perspective“ statt.

 

Die insgesamt 17 TeilnehmerInnen aus Australien, den USA, China, Großbritannien, Serbien, Portugal und Deutschland hatten zuvor einen Reader mit Texten erhalten, die für die während der Summer School verhandelten Themen eine gemeinsame Basis darstellten. Die Vorab-Lektüre dieser Beiträge ermöglichte es so, dass man relativ schnell zu einer vertieften Diskussion zentraler Aspekte vordrang, da zum klareren Verständnis des jeweils Gemeinten stets auf entsprechende Artikel und die dort verhandelten und verwendeten Begriffe verwiesen werden konnte. 

In diesen Texten noch nicht geklärte und bereit gestellte Begriffe wurden sodann im Eröffnungsvortrag und in der anschließenden Diskussion entwickelt, wobei es auch um eine Erörterung der zuweilen im Bereich der Fälschung sehr feinen und variablen Trennlinie zwischen legitimen Praktiken künstlerischen Schaffens (wie z.B. dem Kopieren oder der Stil-Aneignung) und deren Anwendung zu kriminellen Täuschungszwecken ging.

 

Bereits bei dieser ersten Diskussion wurde deutlich, dass die Summer School enorm von den verschiedenen Wissenshorizonten der TeilnehmerInnen profitierten, welche Fächer wie Kunstgeschichte, Rechtswissenschaften, East Asian Languages and Cultures, Oriental and African Studies, Museologie, Conservation and Restoration sowie Theaterwissenschaften  vertraten und während der Diskussionen ihre jeweiligen Kenntnisse und Erfahrungen untereinander austauschten.

 

Auch der für die Summer School gewählte transkulturelle wie transdisziplinäre Ansatz erwies sich als äußerst geeignet und passend: ExpertInnen chinesischer, südamerikanischer, westlicher Kunst, ProvenienzforscherInnen, Archäologen, Polizeibeamte, Kunst-Technologen und im kulturpolitischen Bereich Tätige (darunter Prof. Dr. Lynn Catterson [New York, Columbia University], Dr. Bernd Kromer [ Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie an den Reiss Engelhorn Museen in Mannheim ], Dra. Franziska Neff [Universität Heidelberg, Institut für Europäische Kunstgeschichte/ Ibero-Abteilung ], Dr. Hermann Pflug [Universität Heidelberg, Institut für Klassische Archäologie], Dr. Roland Schwab [ Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie an den Reiss Engelhorn Museen in Mannheim ]) trugen im Verbund mit Filmvorführungen, Führungen durch Laboratorien, Diskussionen vor den entsprechenden Objekten in Museumsammlungen und praktischen Demonstrationen dazu bei, dass die verschiedenen Themen stets von einer Vielzahl von Seiten betrachtet und erörtert werden konnten. Häufig ergänzten sich die einzelnen thematischen Sektionen dabei in äußerst idealer Weise: Hauptkommissar René Allonge ( LKA 45: Kunstdelikte, Berlin ) z.B. hatte eine Reihe von Fälschungen Wolfgang Beltracchis zur Dokumentation seines Vortrages über dessen Vorgehen mitgebracht, die anschließend von Professor Robert Fuchs (Fachhochschule Köln, Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft) als Demonstrationsobjekte der so genannten „Art-Gun“ verwendet werden konnten, einem mobilen Gerät für eine erste Untersuchung von Kunstobjekten, dessen Vorzüge ebenso diskutiert wurden wie seine Begrenzungen, was belastbare Ergebnisse angeht.

Als besonders ergiebig und stimulierend erwies sich zudem eine Exkursion zur Graphischen Sammlung des Frankfurter Städel Museums , wo unter der Leitung des Kurators Dr. Martin Sonnabend anhand von ausgewählten Zeichnungen und Graphiken die Fluidität des Fälschungsbegriffs aufgezeigt und erörtert werden konnte: Die aus der Frühen Neuzeit stammenden Blätter ließen sich häufig nicht eindeutig den Kategorien „Original“ und „Fälschung“ zuweisen, denn ob Werke, die heute als „gefälscht“ kategorisiert würden, auch im historischen Entstehungskontext adäquat mit solchen Begriffen zu belegen seien, ist ebenso eine noch immer offene Diskussion wie es zugleich nach wie vor zuweilen eine besondere Herausforderung darstellt, solche Werke zu erkennen und eindeutig zu bestimmen.

 

Ebenfalls einer solchen, in mehrerlei Hinsicht „eindeutigen“ Beurteilung von „Original“ und „Fälschung“, sowohl in faktischer wie moralischer Hinsicht, entgegen wirkten die Vorträge von Gastdozenten wie Prof. Shan Guoqiang aus China (Direktor der Abteilung „Court Antiques“ des Palast Museums Peking) und Prof. Dr. Luis Jaime Castillo Butters , dem stellvertretenden Minister für kulturelles Erbe und Kulturindustrie in Peru, die jeweils auch für Überraschungen sorgten: Prof. Shan war insbesondere vor dem Hintergrund der Überlegung eingeladen worden, dass Fälschungen in der chinesischen Kultur anders betrachtet zu sein scheinen als in der westlichen Welt, was mit dem jeweils unterschiedlichen Stellenwert individueller Kreativität zu tun haben scheint. Stark vereinfachend gesagt: Während in der chinesischen Kunst der Rückbezug auf eine bereits bestehende Tradition und deren Hervorbringungen ein wesentliches Element sowohl künstlerischer Produktion als auch von deren Wertschätzung darstellt, wird im Westen mehr Wert auf die vom jeweiligen Künstler geleitete Innovation, also zuweilen gerade eher auf den Grad der Abweichung von bzw. den Bruch mit der Tradition gelegt. Wie in der sich an den Vortrag von Professor Shan anschließenden Diskussion sowie in den Darlegungen von Prof. Dr. Sarah Fraser (Universität Heidelberg, Institut für Kunstgeschichte Ostasiens ) über den Fälscher Zhang Daqian deutlich wurde, werden Fälschungen jedoch auch in China durchaus als problematisch angesehen, abgelehnt und sogar verachtet. Nichtsdestotrotz war es zugleich faszinierend zu verfolgen, dass die Pole von „Original” und „Fälschung” dort durchaus in einer sehr viel feingliedrigeren Begriffskette verbunden und miteinander vermittelt werden. Eben diese „Zwischenkonzepte” erwiesen sich für das eigene Nachdenken über das Verhältnis von „Original” und „Fälschung” als sehr inspirierend, da differenzierend, wenn es um die Reflexion über deren Unterschied sowie die hinter solchen Unterscheidungen stehenden Wertvorstellungen ging.

 

Die zweite Überraschung betraf den Vortrag von Prof. Dr. Castillo Butters, einem Experten für die Moche-Kultur seines Landes der mit der Überlegung eingeladen worden war, dass Fälschungen des kulturellen Erbes Lateinamerikas (wie z.B. von antiken Keramikgefäßen) eine besonders ärgerliche Herausforderung dazustellen scheinen.

Prof. Castillo Butters betrachtete das Phänomen jedoch in dem größeren Kontext der über die Fälschung hinausgehenden Herausforderungen bei der Bewahrung kulturellen Erbes in Lateinamerika, zu denen auch Diebstahl und Schmuggel gehören. Er umriss daher eine Position, derzufolge Fälschungen durchaus nicht scharf verurteilt werden, sondern ganz im Gegenteil sogar in gewisser Hinsicht als Hilfsmittel betrachtet werden können, da ihm zufolge nur Touristen und Schmuggler, die es darauf abgesehen hätten, kostbare Artefakte widerrechtlich außer Landes zu bringen, auf solche Fälschungen hereinfallen, so dass hier einen der eher seltenen Fälle gegeben ist, in denen Fälschungen sogar nützlich sein können (die damit angeschnittene Thematik des illegalen Kulturgüterhandels wird auf der nächsten Summer School des HCCH 2015 das Hauptthema darstellen).

 

Jenseits dieser, nur für die TeilnehmerInnen der Summer School organisierten Veranstaltungen, gab es auch einen gemeinsam mit Tina Öcal (Frankfurt am Main/Heidelberg) durchgeführten Abendvortrag, der für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich war und dafür sorgte, dass die TeilnehmerInnen der Summer School sich u.a. mit Studierenden und Mitgliedern der Universität Heidelberg bekannt machen und austauschen konnten.  

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Entdeckungen im Digitalisierungsprojekt "Gebrauchsgraphik 1924-1944"

9 Februar, 2015 - 14:58

- Arbeitsnotizen aus dem FID Kunst -


Eine seltsame Prägedruck-Rückseite fiel mir neulich bei einer Datenkontrolle im Produktionssystem Goobi auf. Sie gehört zu einer eingebundenen Beilage der Zeitschrift "Gebrauchsgraphik" von 1928. Das Motiv kam mir bekannt vor. Die zugehörige Vorderseite des Werbedruckes von Gerhardt & Teltow bewirbt ein Parfum "Josephine Baker".

Das Etikett des Flakons "ziert" ein reliefhafte Ganzkörperdarstellung der amerikanisch-französischen Tänzerin und Schauspielerin Joesphine Baker, (1906-1975), der damals " berühmteste[n] schwarze[n] Frau der Erde ".

 

Die zugehörige Originalfotografie ( Studio d'Ora, Paris ) von 1925 war schnell im Internet gefunden – hier als Postkartenmotiv.

 

 

Ein Vergleich des professionellen Starporträts mit dem zeitgenössischem Etikett des Parfumflakons bzw. dessen Werbedruck lässt uns bedauernd feststellen, dass die Verwendung des Motivs im gebrauchsgrafischen Arbeitsfeld "Verpackung" zwar eine Wiedererkennbarkeit ermöglicht, andererseits aber als Verunglimpfung erscheinen muss. Die lebendige, gut definierte Körperlichkeit der Baker, die neben tänzerischem Ausdruck und Sex-Appeal auch Humor und Lebensfreude auszustrahlen vermag, erstarrt beim Versuch der Reduktion von der Fotografie auf ein kleines Relief, auch wenn Körperumrisse und (typische) Pose übernommen werden.

 

Allerdings relativiert sich dieses Urteil doch etwas, wenn man das heutige Flakondesign des Parfums " Josephine Baker " betrachtet...

 

Die im Jahr 1924 gegründete Zeitschrift " Gebrauchsgraphik - Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Reklame" gilt als weltweit einflussreichste Zeitschrift im Bereich des Werbe- und Reklamedesigns vor 1945 und stellt damit eine wichtige Quelle für den FID-Sammelschwerpunkt "Gebrauchsgrafik" an der SLUB dar. Als Relaunch "novum" ist sie bis heute an den Kiosken erhältlich. 90 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen digitalisieren und erschließen die Universität Erfurt und die SLUB Dresden in Zusammenarbeit mit dem Verlag Stiebner/ novum die klassische "Gebrauchsgraphik" (1924-1944) und stellen die digitalen Ausgaben für die Wissenschaft und alle Interessierten im Verlauf des Jahres 2015 online zur Verfügung. Die Verschlagwortung erfolgt in Zusammenarbeit mit Studierenden im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Studium Fundamentale an der Universität Erfurt.

 

 

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Entdeckungen im Digitalisierungsprojekt "Gebrauchsgraphik 1924-1944"

9 Februar, 2015 - 14:58

- Arbeitsnotizen aus dem FID Kunst -


Eine seltsame Prägedruck-Rückseite fiel mir neulich bei einer Datenkontrolle im Produktionssystem Goobi auf. Sie gehört zu einer eingebundenen Beilage der Zeitschrift "Gebrauchsgraphik" von 1928. Das Motiv kam mir bekannt vor. Die zugehörige Vorderseite des Werbedruckes von Gerhardt & Teltow bewirbt ein Parfum "Josephine Baker".

Das Etikett des Flakons "ziert" ein reliefhafte Ganzkörperdarstellung der amerikanisch-französischen Tänzerin und Schauspielerin Joesphine Baker, (1906-1975), der damals " berühmteste[n] schwarze[n] Frau der Erde ".

 

Die zugehörige Originalfotografie ( Studio d'Ora, Paris ) von 1925 war schnell im Internet gefunden – hier als Postkartenmotiv.

 

 

Ein Vergleich des professionellen Starporträts mit dem zeitgenössischem Etikett des Parfumflakons bzw. dessen Werbedruck lässt uns bedauernd feststellen, dass die Verwendung des Motivs im gebrauchsgrafischen Arbeitsfeld "Verpackung" zwar eine Wiedererkennbarkeit ermöglicht, andererseits aber als Verunglimpfung erscheinen muss. Die lebendige, gut definierte Körperlichkeit der Baker, die neben tänzerischem Ausdruck und Sex-Appeal auch Humor und Lebensfreude auszustrahlen vermag, erstarrt beim Versuch der Reduktion von der Fotografie auf ein kleines Relief, auch wenn Körperumrisse und (typische) Pose übernommen werden.

 

Allerdings relativiert sich dieses Urteil doch etwas, wenn man das heutige Flakondesign des Parfums " Josephine Baker " betrachtet...

 

Die im Jahr 1924 gegründete Zeitschrift " Gebrauchsgraphik - Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Reklame" gilt als weltweit einflussreichste Zeitschrift im Bereich des Werbe- und Reklamedesigns vor 1945 und stellt damit eine wichtige Quelle für den FID-Sammelschwerpunkt "Gebrauchsgrafik" an der SLUB dar. Als Relaunch "novum" ist sie bis heute an den Kiosken erhältlich. 90 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen digitalisieren und erschließen die Universität Erfurt und die SLUB Dresden in Zusammenarbeit mit dem Verlag Stiebner/ novum die klassische "Gebrauchsgraphik" (1924-1944) und stellen die digitalen Ausgaben für die Wissenschaft und alle Interessierten im Verlauf des Jahres 2015 online zur Verfügung. Die Verschlagwortung erfolgt in Zusammenarbeit mit Studierenden im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Studium Fundamentale an der Universität Erfurt.

 

 

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Tagessätze für freie KunsthistorikerInnen

6 Februar, 2015 - 16:50

Unter den Freischreibern tobte gerade eine Diskussion über angemessene Tagessätze für Journalisten. Auf ein Mitarbeitergesuch der Süddeutschen Zeitung, in dem ein Tagessatz von 152,- Euro angeboten wurde, hatte Timo Stoppacher auf seinem Blog reagiert. Es gab dazu zahlreiche Reaktionen in den sozialen Medien. Miese Tagessätze sind auch ein Thema für Kunsthistoriker/innen, die frei arbeiten wollen oder müssen.

Um vor Fehleinschätzungen, z. B. über die Höhe von Honoraren, gefeit zu sein, wird es im Rahmen des 33. Kunsthistorikertages in Mainz am 27. März 2015 einen Workshop für Gründer und Freiberufler sowie ein Forum geben.

Gründen im Kunst- und Kultursektor
Freitag, 27. März 2015
9.00–12.30 Uhr, Campus Hochschule Mainz, Lucy-Hillebrand-Straße 2
Intensivkurs für Selbständige und Freiberufler aus Kunst- und Kulturwissenschaften

Eine separate Anmeldung bis zum 20.03.2015 per E-Mail erforderlich an:
Maren Osterlitz
iuh – Institut für unternehmerisches Handeln
Tel.: +49 (0)6131 628-3619
E-Mail: workshop(at)kunsthistorikertag.de
(begrenzte Teilnehmerzahl)

Am späteren Nachmittag kann man dann das Forum „Cultural Entrepreneurship“ besuchen, das mit dem Untertitel „Liebe zur Kunst und unternehmerisches Denken – Gegensätze oder notwendige Ergänzung?“ das Tagungsthema des Kunsthistorikertages „Der Wert der Kunst“ aufnimmt und zum Dialog auffordert. Wie schwer es ist, als freier Kunsthistoriker angemessene Tages- und Stundensätze einzufordern, werden alle Betroffenen unterschreiben. Es ist an uns Kunsthistorikern/Innen, diese (auch gegenüber festangestellten Kollegen und Kolleginnen) durchzusetzen. Solch ein Forum könnte ein Möglichkeit darstellen, in Verständigung untereinander zu treten.

Kategorien: blog.arthistoricum

Tagessätze für freie KunsthistorikerInnen

6 Februar, 2015 - 16:50

Unter den Freischreibern tobte gerade eine Diskussion über angemessene Tagessätze für Journalisten. Auf ein Mitarbeitergesuch der Süddeutschen Zeitung, in dem ein Tagessatz von 152,- Euro angeboten wurde, hatte Timo Stoppacher auf seinem Blog reagiert. Es gab dazu zahlreiche Reaktionen in den sozialen Medien. Miese Tagessätze sind auch ein Thema für Kunsthistoriker/innen, die frei arbeiten wollen oder müssen.

Um vor Fehleinschätzungen, z. B. über die Höhe von Honoraren, gefeit zu sein, wird es im Rahmen des 33. Kunsthistorikertages in Mainz am 27. März 2015 einen Workshop für Gründer und Freiberufler sowie ein Forum geben.

Gründen im Kunst- und Kultursektor
Freitag, 27. März 2015
9.00–12.30 Uhr, Campus Hochschule Mainz, Lucy-Hillebrand-Straße 2
Intensivkurs für Selbständige und Freiberufler aus Kunst- und Kulturwissenschaften

Eine separate Anmeldung bis zum 20.03.2015 per E-Mail erforderlich an:
Maren Osterlitz
iuh – Institut für unternehmerisches Handeln
Tel.: +49 (0)6131 628-3619
E-Mail: workshop(at)kunsthistorikertag.de
(begrenzte Teilnehmerzahl)

Am späteren Nachmittag kann man dann das Forum „Cultural Entrepreneurship“ besuchen, das mit dem Untertitel „Liebe zur Kunst und unternehmerisches Denken – Gegensätze oder notwendige Ergänzung?“ das Tagungsthema des Kunsthistorikertages „Der Wert der Kunst“ aufnimmt und zum Dialog auffordert. Wie schwer es ist, als freier Kunsthistoriker angemessene Tages- und Stundensätze einzufordern, werden alle Betroffenen unterschreiben. Es ist an uns Kunsthistorikern/Innen, diese (auch gegenüber festangestellten Kollegen und Kolleginnen) durchzusetzen. Solch ein Forum könnte ein Möglichkeit darstellen, in Verständigung untereinander zu treten.

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Feuilleton oder Kunstmarkt? Der neue Michelangelo für 2015

5 Februar, 2015 - 11:36

Offenbar aufgrund einer massiven PR-Kampagne des Fitzwilliam Museums in Cambridge verbreitet sich am 2. Februar die Nachricht von einem neuen Michelangelo wie ein Lauffeuer durch die Medien. In der Tat handelt es sich nicht nur um einen, sondern um zwei neue ‚Michelangelos’, um zwei sehr ähnliche, ja fast spiegelbildliche Bronzestatuen, jeweils fast ein Meter hoch, von nackten Männern, die auf Pantern reiten. Die zwei Werke sind seit dem neunzehnten Jahrhundert bekannt. Bode hat sie in seinen Bronzestatuetten   Jacopo Sansovino zugeschrieben. Weihrauch hat sie auch in seinen Europäische Bronzestatuetten (1967) abgebildet. Am 3. Februar hat Gina Thomas aus London in der Printausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung über den neuen Fund berichtet: „Spektakuläre Neuzuschreibung: Zwei Fäuste für Michelangelo“ ( FAZ , 3.02.2015; online: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/neuzuschreibung-zwei-faeuste-fuer-michelangelo-13404987.html ).

„Die unsignierten Figuren, die 2002 bei Sotheby’s [London] einem britischen Sammler für 1,65 Millionen Pfund zugeschlagen wurden, sind der Kunstgeschichte seit 1878 bekannt, als sie in der Pariser Weltausstellung als Werke Michelangelos ausgestellt wurden.“

Kurz nach 2002 wurden die zwei Bronzen an Wilhelm van Tetrode zugeschrieben (Fritz Scholten, W. van Tetrode , Amsterdam, Rijksmuseum, 2003). In der großen Londoner Ausstellung „ Bronzes “ an der Royal Academy im Jahre 2012 wurden sie als „Rom, um 1550“ gezeigt (Katalog, hrsg. von David Ekserdjian, Nr. 101). Die Datierung scheint richtig.

Die Zeitungen haben ihre Berichte meistens in den Feuilletons gedruckt, als eine Sensation für die Kunstgeschichte. Erst hat die Süddeutsche Zeitung vom 4. Februar 2015 (S. 4, „Meinung“) die Nachricht in einem Meinungsartikel gebracht, unter der Rubrik ‚KUNSTMARKT’: „Die vielen Meisterwerke des Michelangelo“, von Kia Vahland. „Diesmal werden ihm zwei kleine Bronzefiguren zugerechnet.“ „Sie gehören einem Sammler.“ Die Schriftstellerin und Kunsthistorikerin schreibt ferner: „Anstatt erst einmal das Urteil eines Fachkongresses abzuwarten, wandten sie sich mit ihrer Idee an die internationale Presse – in der Hoffnung, dass sich der durchsetzt, der am lautesten schreit.“

Laut Presseberichte sind die zwei Bronzen nicht mehr die 1,65 Millionen Pfund von 2002 wert, sondern 49 Millionen Pfund. Als Kunstwerke sind sie mittelbar oder unmittelbar auf dem Kunstmarkt. Bronzestatuetten sind als Sammlergattung immer sehr marktnahe gewesen. Die Süddeutsche hat die zwei Bronzen richtig eingeordnet: nicht unter Feuilleton sondern unter Kunstmarkt. Ihr Privatbesitzer ist auch im Kunsthandel aktiv. Daher wird die Ausstellung in Cambridge (bis 9. August) auch eine Verkaufsausstellung und der Fachkongress wird zur einer Werbeveranstaltung. Irgendwie bleibt die wissenschaftliche Objektivität auf der Strecke. Das Cambridge Projekt wird von einem sehr kleinen Gremium beraten: zwei Mitglieder sind Kunsthändler.

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Feuilleton oder Kunstmarkt? Der neue Michelangelo für 2015

5 Februar, 2015 - 11:36

Offenbar aufgrund einer massiven PR-Kampagne des Fitzwilliam Museums in Cambridge verbreitet sich am 2. Februar die Nachricht von einem neuen Michelangelo wie ein Lauffeuer durch die Medien. In der Tat handelt es sich nicht nur um einen, sondern um zwei neue ‚Michelangelos’, um zwei sehr ähnliche, ja fast spiegelbildliche Bronzestatuen, jeweils fast ein Meter hoch, von nackten Männern, die auf Pantern reiten. Die zwei Werke sind seit dem neunzehnten Jahrhundert bekannt. Bode hat sie in seinen Bronzestatuetten   Jacopo Sansovino zugeschrieben. Weihrauch hat sie auch in seinen Europäische Bronzestatuetten (1967) abgebildet. Am 3. Februar hat Gina Thomas aus London in der Printausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung über den neuen Fund berichtet: „Spektakuläre Neuzuschreibung: Zwei Fäuste für Michelangelo“ ( FAZ , 3.02.2015; online: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/neuzuschreibung-zwei-faeuste-fuer-michelangelo-13404987.html ).

„Die unsignierten Figuren, die 2002 bei Sotheby’s [London] einem britischen Sammler für 1,65 Millionen Pfund zugeschlagen wurden, sind der Kunstgeschichte seit 1878 bekannt, als sie in der Pariser Weltausstellung als Werke Michelangelos ausgestellt wurden.“

Kurz nach 2002 wurden die zwei Bronzen an Wilhelm van Tetrode zugeschrieben (Fritz Scholten, W. van Tetrode , Amsterdam, Rijksmuseum, 2003). In der großen Londoner Ausstellung „ Bronzes “ an der Royal Academy im Jahre 2012 wurden sie als „Rom, um 1550“ gezeigt (Katalog, hrsg. von David Ekserdjian, Nr. 101). Die Datierung scheint richtig.

Die Zeitungen haben ihre Berichte meistens in den Feuilletons gedruckt, als eine Sensation für die Kunstgeschichte. Erst hat die Süddeutsche Zeitung vom 4. Februar 2015 (S. 4, „Meinung“) die Nachricht in einem Meinungsartikel gebracht, unter der Rubrik ‚KUNSTMARKT’: „Die vielen Meisterwerke des Michelangelo“, von Kia Vahland. „Diesmal werden ihm zwei kleine Bronzefiguren zugerechnet.“ „Sie gehören einem Sammler.“ Die Schriftstellerin und Kunsthistorikerin schreibt ferner: „Anstatt erst einmal das Urteil eines Fachkongresses abzuwarten, wandten sie sich mit ihrer Idee an die internationale Presse – in der Hoffnung, dass sich der durchsetzt, der am lautesten schreit.“

Laut Presseberichte sind die zwei Bronzen nicht mehr die 1,65 Millionen Pfund von 2002 wert, sondern 49 Millionen Pfund. Als Kunstwerke sind sie mittelbar oder unmittelbar auf dem Kunstmarkt. Bronzestatuetten sind als Sammlergattung immer sehr marktnahe gewesen. Die Süddeutsche hat die zwei Bronzen richtig eingeordnet: nicht unter Feuilleton sondern unter Kunstmarkt. Ihr Privatbesitzer ist auch im Kunsthandel aktiv. Daher wird die Ausstellung in Cambridge (bis 9. August) auch eine Verkaufsausstellung und der Fachkongress wird zur einer Werbeveranstaltung. Irgendwie bleibt die wissenschaftliche Objektivität auf der Strecke. Das Cambridge Projekt wird von einem sehr kleinen Gremium beraten: zwei Mitglieder sind Kunsthändler.

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Museum und Internet

26 Januar, 2015 - 13:36
Ein schwieriges Verhältnis?

Im gerade zu Ende gehenden Semester habe ich mit dem Kollegen Dr. Christian Gries von der Münchener janusmedia ein Seminar über "Museum und Internet" gegeben. Mit großerer Bewunderung wurde darin immer wieder über amerikanische, englische und holländische Initiativen in dem Bereich berichtet, deutsche kamen weniger vor. Auch wenn das Frankfurter Städel deutlich hervorsticht: Irgendwie scheint es hier um das Digitale nicht sonderlich aussichtsreich zu stehen. Dabei stellt sich schnell heraus, was man hier alles machen könnte: Von der Bestandserschließung über die sozialen Medien bis hin zu Möglichkeiten des crowdsourcing haben wir manches besprochen. Aber was hilft das Lamentieren? Es gibt genug Möglichkeiten, die Sache ohne die Museen selber anzupacken. Wie wäre es etwa mit einem selbstorganisierten tweetup im heimatlichen Museum? Oder mit einer eigenständig generierten Ausstellung im Internet, die thematisch oder an einem bestimmten Museum orientiert organisiert sein könnte? Software dafür gibt es. Und wenn man die Sache dann über die genannten sozialen Medien verbreitet, werden auch die Museum selber davon Wind bekommen. Und ich verspreche: Manche werden ganz angetan sein und ihre Scheu vielleicht auch verlieren.

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Museum und Internet

26 Januar, 2015 - 13:36
Ein schwieriges Verhältnis?

Im gerade zu Ende gehenden Semester habe ich mit dem Kollegen Dr. Christian Gries von der Münchener janusmedia ein Seminar über "Museum und Internet" gegeben. Mit großerer Bewunderung wurde darin immer wieder über amerikanische, englische und holländische Initiativen in dem Bereich berichtet, deutsche kamen weniger vor. Auch wenn das Frankfurter Städel deutlich hervorsticht: Irgendwie scheint es hier um das Digitale nicht sonderlich aussichtsreich zu stehen. Dabei stellt sich schnell heraus, was man hier alles machen könnte: Von der Bestandserschließung über die sozialen Medien bis hin zu Möglichkeiten des crowdsourcing haben wir manches besprochen. Aber was hilft das Lamentieren? Es gibt genug Möglichkeiten, die Sache ohne die Museen selber anzupacken. Wie wäre es etwa mit einem selbstorganisierten tweetup im heimatlichen Museum? Oder mit einer eigenständig generierten Ausstellung im Internet, die thematisch oder an einem bestimmten Museum orientiert organisiert sein könnte? Software dafür gibt es. Und wenn man die Sache dann über die genannten sozialen Medien verbreitet, werden auch die Museum selber davon Wind bekommen. Und ich verspreche: Manche werden ganz angetan sein und ihre Scheu vielleicht auch verlieren.

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Roderich Fick (1886–1955) in der Reihe "Hitlers Architekten, Historisch-kritische Monografien zur Regimearchitektur im Nationalsozialismus"

20 Januar, 2015 - 10:44

Gastbeitrag von Lioba Schmitt-Imkamp.

In Anknüpfung an das DFG-Projekt „ Hitlers Architekten: Troost, Speer, Fick und Giesler – Historisch-kritische Studien zur Regimearchitektur des Dritten Reiches “ ist nun der dritte Band zum Architekten Roderich Fick (1886–1955) erschienen. Ziel des Projektes, betreut von Prof. Nerdinger, Technische Universität München, und Prof. Rosenberg, Universität Wien, war es, anhand von vier Dissertationen über Paul Ludwig Troost, Albert Speer, Hermann Giesler und Roderich Fick in Form von Monografien Leben und Werk der Architekten zu beleuchten, die so eng und intensiv mit Hitler zusammengearbeitet haben, wie keine anderen Baumeister dieser Zeit. Obwohl sie als die zentralen Exponenten der Repräsentationsarchitektur im Nationalsozialismus anzusehen sind, fehlten monografische Untersuchungen ihres jeweiligen Werks. Ihre Bauten und Projekte für Hitler fanden fast ausschließlich in Gesamtdarstellungen zur Architektur der Zeit und im Kontext von allgemeiner historischer Einordnung Berücksichtigung. Materielle Grundlage für die Aufarbeitung von Leben und Werk waren die jeweiligen Architektennachlässe, die erstmals wissenschaftlich ausgewertet wurden, sowie die verschiedenen Archivbestände im In- und Ausland und Quellen in Privatbesitz.

Roderich Fick (1886–1955)
, der von Beginn seiner Tätigkeit als Architekt einer handwerklich geprägten, traditionalistischen Bauweise verpflichtet ist, wurde im Nationalsozialismus neben Paul Ludwig Troost, Albert Speer und Hermann Giesler zu einem mit Hitler eng vertrauten Architekten. Er zeichnet für die Bebauung des Obersalzbergs verantwortlich und wird in Hitlers Jugendstadt Linz als Reichsbaurat eingesetzt. Bis zu seinem Tod 1955 lebte Fick in Herrsching und hat auch in der Gemeinde und ihrer Umgebung sichtbare Spuren hinterlassen. Die Diskussion um seine umstrittene Person ist bis heute nicht beendet.

Der Kulturverein Herrsching, das Institut für Zeitgeschichte und der Geschichtsverein Pullach laden am 22.1.2015 zu einer Podiumsdiskussion und der Präsentation des Buches über den Architekten Roderich Fick in der Reihe „Hitlers Architekten“ ein. Nach einer kurzen Vorstellung des Buches folgt eine Podiumsdiskussion über die Rolle Ficks, die er unter Hitlers Architekten sowie innerhalb der süddeutschen Bautradition einnimmt. Auf dem Podium sitzen Fachleute zur Geschichte und Architekturgeschichte von Herrsching, München, Pullach, Obersalzberg und Linz, den wichtigsten Wirkungsorten Roderich Ficks: PD. Dr. Magnus Brechtken, Stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München, Dr. Susanne Meinl vom Geschichtsverein Pullach, Dr. Timo Nüßlein von der Bayerischen Schlösserverwaltung München, Dr. Friedrike Hellerer, Gemeindearchivarin von Herrsching, und Dr. Lioba Schmitt-Imkamp, Autorin des Buches über Roderich Fick. Die Moderation übernimmt PD Dr. Christian Fuhrmeister vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte München.

Die Veranstaltung und Podiumsdiskussion mit dem Titel „Weltenbummler und Traditionalist – Hitlers Architekt Roderich Fick“ findet am Donnerstag , den 22.1.2015 um 19.30 Uhr im Kurparkschlösschen in Herrsching am Ammersee (Scheuermannstraße 3) statt. Der Eintritt ist frei.


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Roderich Fick (1886–1955) in der Reihe "Hitlers Architekten, Historisch-kritische Monografien zur Regimearchitektur im Nationalsozialismus"

20 Januar, 2015 - 10:44

Gastbeitrag von Lioba Schmitt-Imkamp.

In Anknüpfung an das DFG-Projekt „ Hitlers Architekten: Troost, Speer, Fick und Giesler – Historisch-kritische Studien zur Regimearchitektur des Dritten Reiches “ ist nun der dritte Band zum Architekten Roderich Fick (1886–1955) erschienen. Ziel des Projektes, betreut von Prof. Nerdinger, Technische Universität München, und Prof. Rosenberg, Universität Wien, war es, anhand von vier Dissertationen über Paul Ludwig Troost, Albert Speer, Hermann Giesler und Roderich Fick in Form von Monografien Leben und Werk der Architekten zu beleuchten, die so eng und intensiv mit Hitler zusammengearbeitet haben, wie keine anderen Baumeister dieser Zeit. Obwohl sie als die zentralen Exponenten der Repräsentationsarchitektur im Nationalsozialismus anzusehen sind, fehlten monografische Untersuchungen ihres jeweiligen Werks. Ihre Bauten und Projekte für Hitler fanden fast ausschließlich in Gesamtdarstellungen zur Architektur der Zeit und im Kontext von allgemeiner historischer Einordnung Berücksichtigung. Materielle Grundlage für die Aufarbeitung von Leben und Werk waren die jeweiligen Architektennachlässe, die erstmals wissenschaftlich ausgewertet wurden, sowie die verschiedenen Archivbestände im In- und Ausland und Quellen in Privatbesitz.

Roderich Fick (1886–1955)
, der von Beginn seiner Tätigkeit als Architekt einer handwerklich geprägten, traditionalistischen Bauweise verpflichtet ist, wurde im Nationalsozialismus neben Paul Ludwig Troost, Albert Speer und Hermann Giesler zu einem mit Hitler eng vertrauten Architekten. Er zeichnet für die Bebauung des Obersalzbergs verantwortlich und wird in Hitlers Jugendstadt Linz als Reichsbaurat eingesetzt. Bis zu seinem Tod 1955 lebte Fick in Herrsching und hat auch in der Gemeinde und ihrer Umgebung sichtbare Spuren hinterlassen. Die Diskussion um seine umstrittene Person ist bis heute nicht beendet.

Der Kulturverein Herrsching, das Institut für Zeitgeschichte und der Geschichtsverein Pullach laden am 22.1.2015 zu einer Podiumsdiskussion und der Präsentation des Buches über den Architekten Roderich Fick in der Reihe „Hitlers Architekten“ ein. Nach einer kurzen Vorstellung des Buches folgt eine Podiumsdiskussion über die Rolle Ficks, die er unter Hitlers Architekten sowie innerhalb der süddeutschen Bautradition einnimmt. Auf dem Podium sitzen Fachleute zur Geschichte und Architekturgeschichte von Herrsching, München, Pullach, Obersalzberg und Linz, den wichtigsten Wirkungsorten Roderich Ficks: PD. Dr. Magnus Brechtken, Stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München, Dr. Susanne Meinl vom Geschichtsverein Pullach, Dr. Timo Nüßlein von der Bayerischen Schlösserverwaltung München, Dr. Friedrike Hellerer, Gemeindearchivarin von Herrsching, und Dr. Lioba Schmitt-Imkamp, Autorin des Buches über Roderich Fick. Die Moderation übernimmt PD Dr. Christian Fuhrmeister vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte München.

Die Veranstaltung und Podiumsdiskussion mit dem Titel „Weltenbummler und Traditionalist – Hitlers Architekt Roderich Fick“ findet am Donnerstag , den 22.1.2015 um 19.30 Uhr im Kurparkschlösschen in Herrsching am Ammersee (Scheuermannstraße 3) statt. Der Eintritt ist frei.


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