Sammlung Grafikdesign

Die Sammlung Gebrauchsgraphik wurde als didaktische Vorbilder und Beispielsammlung für die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums angelegt.
Ereignisse des privaten und öffentlichen Lebens sind für Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts Anlaß für die graphische Gestaltung von Visitenkarten, Hochzeits und Geburtsanzeigen, Festblättern, Einladungen, Diplomen und Urkunden. Gedenkblätter, Gefallenenurkunden und der Bestand an Kriegsgraphik des Ersten Weltkrieges sind heute kulturhistorische Dokumente. Einen Schwerpunkt der Sammlung bilden die graphischen Blätter deutscher Kunstvereine.
Künstler wie Adolph Menzel, Theodor Hosemann, Max Klinger, Peter Behrens und Max Pechstein sind mit Handzeichnungen und Blättern in verschiedenen Druckverfahren vertreten.
Die Sammlung ist nach Künstlern und Ländern geordnet und in folgende Abteilungen gegliedert: Gebrauchsgraphik, Bilddruckverfahren, Schreibkunst, Typographie, Buchornament, Buchdruck, Konkrete und Visuelle Poesie. Daneben umfaßt sie die Sondergebiete Notentitel, Spielkarten, Kalender, Silhouetten, Vorsatz und Buntpapiere, Künstlerpostkarten und Exlibris, aber auch neuere Gattungen wie Schallplattenhüllen und Prospekte.

Die Sammlung Plakat und Reklamekunst umfaßt heute ca. 60 000 Plakate und etwa 10 000 Reklameschriften verschiedenster Art. Den damaligen Sammelprinzipien einer Vorbilder und Beispielsammlung folgend, kamen Plakate, Anschlagzettel und Reklameschriften zunächst als Beleg für gebrauchsgrophische Arbeiten und als Beispiele für Bilddruckverfahren in die Sammlungen der Kunstbibliothek.
Als Künstler wie Jules Chéret Eugène Grasset, Henri de Toulouse Lautrec, Louis Rhead, Will Bradley und Edward Penfield den Siegeszug des modernen künstlerisch gestalteten Plakates einleiteten, gehörte die Kunstbibliothek zu den ersten Einrichtungen in Deutschland, die diese neue "Kunst der Straße" in ihre Sammlung aufnahm und bereits 1895 in einer Ausstellung präsentierte.
Heute vereint die Sammlung die bedeutendsten Leistungen der in und ausländischen Plakatkunst von ihren Anfangen bis zur Gegenwart, wobei die Sammeltätigkeit von Beginn an auf Qualität und thematische Vielfalt ausgerichtet ist. Schwerpunkte bilden deutsche und schweizer Plakate sowie polnische Plate nach 1945. Dem Künstlerplakat gilt heute eine besondere Aufmerksamkeit.