Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt mit der Lipperheideschen Kostümbibliothek eine weltweit einzigartige Sammlung zur Kulturgeschichte der Kleidung und Mode vom Altertum bis in die Gegenwart.

Bibliotheksbetrieb
Ausstellungen der Sammlung Modebild seit 1994
Publikationen der Sammlung Modebild seit 1994

Urzelle der Kostümbibliothek ist die mit großer Kennerschaft angelegte Sammlung für Kostümwissenschaft von Franz und Frieda Lipperheide. Sie wurde zwischen 1877 und 1899 aufgebaut und gelangte über einen großzügigen Schenkungsvertrag in den Besitz der damaligen Königlichen Museen zu Berlin. Die am 1. Oktober 1899 erfolgte Schenkung umfasste eine Bibliothek mit Quellenschriften, Zeitschriften und Sekundärliteratur zu Mode, Tanz und Theater, Sport und Spiel, Festlichkeiten und Zeremoniell, Tafelkultur, Reisen und Karikatur. Dazu zählte ebenso eine graphische Sammlung mit Zeichnungen, Druckgraphiken und Fotografien, sowie 900 Portrait- und Genregemälde zu allen oben genannten Themen. Als selbstständige Abteilung der Bibliothek des Königlichen Kunstgewerbe-Museums (heute Kunstbibliothek) wurde die nunmehr Lipperheidesche Kostümbibliothek genannte Sammlung nach den Plänen ihrer Begründer gesondert erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der weitere Aus- bzw. Aufbau der Bibliothek und graphischen Sammlung wird bis heute konsequent vorangetrieben.

Die Lipperheidesche Kostümbibliothek war bereits von ihrem Begründer doppelschichtig angelegt worden: als internationale Forschungsbibliothek mit singulärer Dichte von Quellen- und Sekundärliteratur und als Museumssammlung mit kostbaren Druckwerken und graphischen Folgen, künstlerischen Zeichnungen und Graphiken, photographischen Bildern und kostümhistorisch relevanten Gemälden. Gerade diese komplementären Funktionen machen die besondere Bedeutung dieser international wichtigen Sammlung zur Kleidungsforschung aus, die mit zahlreichen Ausstellungen und Publikationen an die Öffentlichkeit tritt.

In der Lipperheideschen Kostümbibliothek findet man Literatur über die Tracht und Mode aller Länder und Zeiten, Werke über Standestrachten und Uniformen, über Waffen und Heraldik, über Tischkultur und Etikette. Ferner sind Reise , Ansichtenwerke und Chroniken in seltenen Ausgaben vorhanden. Einen Schwerpunkt bildet die Festliteratur. Illustrierte Berichte über Staatszeremonien und fürstliche Feiern, Kirchen und Gedenkfeste erweisen sich heute als kulturgeschichtlich aufschlußreiche Quellen. Literatur über Kostüme für Tanz und Theater ist ebenso vorhanden wie Kleiderordnungen, Spottschriften und Karikaturen. Almanache und Spezialzeitschriften ergänzen die Buchbestände.

Die graphische Sammlung - als Vorbildersammlung angelegt - birgt neben Reproduktionen von kostümkundlich wichtigen Kunstwerken Originalgraphiken zu den in der Bibliothek vertretenen Themen. Unter den Handzeichnungen sind die Modeentwürfe und -illustrationen sowie die Bühnen- und Kostümentwürfe vom 16. Jahrhundert bis heute hervorzuheben. Eine umfangreiche Sammlung von Mode und Trachtenfotografie sowie Tanz und Porträtfotografie rundet die Bestände ab.